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Reststoffe gesucht

FORSCHUNG – Restbiomassen aufwerten und umwandeln, die für Unternehmen aktuell Abfall sind und Kosten verursachen: Dieses Angebot macht das Labor Bioenergy & Biofuels der unibz Unternehmen, Genossenschaften und lokalen Verbänden der Alpenregionen im Rahmen des europäischen Projekts Alps4GreenC.

Südtiroler Wirtschaftszeitung von Südtiroler Wirtschaftszeitung
25. Januar 2023
in News
Lesezeit: 2 mins read
Reststoffe gesucht

Das Labor Bioenergy & Biofuels (Foto: Ivo Corrà)

Bozen – Das Labor „Bioenergy & Biofuels“ im NOI Techpark unter Leitung von Marco Baratieri ist einer der Partner des Projekts Alps4GreenC, mit dem eine länderübergreifende Wertschöpfungskette geschaffen werden soll, die auf der Umwandlung von Biomassen in Biochar basiert. Dieses poröse und kohlenstoffhaltige Material wird durch die Pyrolyse oder Vergasung von Materialien pflanzlichen Ursprungs, wie z. B. forst- und landwirtschaftlichen Abfällen, gewonnen. Die so entstehende Bio- oder Pflanzenkohle hat zahlreiche positive Eigenschaften. Sie erhöht beispielsweise die Bodenfruchtbarkeit und die Anbauproduktivität und kann damit zu einer ökologisch nachhaltigeren Landwirtschaft mit einem verminderten Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel und einer langfristigen Bindung von Kohlenstoff im Boden beitragen.

Unternehmen, Genossenschaften, Verbände und Privatpersonen sind gefragt

In einer ersten Phase des Projekts Alps4GreenC, das mit Mitteln des Interreg-Programms Alpine Space finanziert wird, geht es darum, eine Karte aller verfügbaren Quellen solcher Restbiomassen in den alpinen Regionen von Österreich, Italien und Slowenien zu erstellen, die sich für die Produktion von Biochar eignen. Um dieses Ziel zu erreichen, bittet das Forschungsteam des unibz-Labors Unternehmen, Genossenschaften, Verbände und Privatpersonen aus Südtirol und anderen Regionen um ihre Mithilfe. Wer herausfinden möchte, ob sich die eigenen Reststoffe für die Produktion von Biokohle eignen, kann sich an das Team des Labors „Bioenergy & Biofuels“ wenden und, sofern eine erste Rücksprache positiv verläuft, eine Probe der entsprechenden Biomasse vorlegen.

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Länderübergreifende Zusammenarbeit für die Schaffung einer Wertschöpfungskette für die Biokohleproduktion

Welcher Vorteil ergibt sich dadurch? Allem voran eine kostenlose Analyse der eigenen Biomasse. Sofern sie ausgewählt wird, wird sie unter Sauerstoffausschluss verbrannt und eingehend nach ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften charakterisiert. Interessierte erhalten also eine Analyse der produzierten Biokohle sowie konkrete Vorschläge für mögliche Strategien zur Umwandlung von Restbiomassen und der potenziellen Vermarktung der gewonnen Biokohle, insbesondere in der Landwirtschaft und in der Stahlerzeugung.

„Außerdem werden alle teilnehmenden Unternehmen, Verbände, Genossenschaften und Private aus Italien, Österreich und Slowenien in die interaktive Stakeholder-Karte von Alps4GreenC aufgenommen, die online verfügbar ist, scheinen mit Namen und Firmenlogo im Informationsmaterial für die Abschlussveranstaltung des Projekts auf und werden in den kontinuierlichen Informationsaustausch mit dem Alps4GreenC-Team über die Projektergebnisse miteinbezogen“, erklärt Vittoria Benedetti, Forscherin im Labor, die das Projekt gemeinsam mit Marco Baratieri und Francesco Patuzzi koordiniert. 

„Die Energieabhängigkeit macht den Alpenraum noch anfälliger für die Folgen des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt. Biokohle und grüner Kohlenstoff aus Restbiomasse können erheblich dazu beitragen, diese Abhängigkeit zu verringern“, sagt Baratieri. „Diese erste länderübergreifende Zusammenarbeit zur Schaffung einer Wertschöpfungskette für die Biokohleproduktion ermöglicht es, geeignete Technologien für die Umwandlung von Biomasse auszuwählen und entsprechend anzupassen, um den Übergang zu grünen und Post-Carbon-Konzepten konsequent realisieren zu können.“

INFO Um sich als Projektpartner zu bewerben, können interessierte Unternehmen, Genossenschaften, Vereine und Einzelpersonen den Fragebogen ausfüllen.

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