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Mein Schutzengel ist arbeitslos

Das Auto dudelt, wenn ich mich nicht anschnalle, die Polizei straft, wenn ich ohne Licht Fahrrad fahre, der Bekannte rümpft die Nase, wenn ich helmlos auf Skiern stehe. Hilfe, mein Schutzengel ist arbeitslos!

Christian Pfeifer von Christian Pfeifer
21. September 2012
in Gesellschaft
Lesezeit: 3 mins read

Als ich ein Kind war, betete ich mit meinen Eltern und mit meinem Bruder allabendlich zu meinen Schutzengel. „Schutzengel mein, lass mich dir empfohlen sein, …“ leierte ich vor dem Zubettgehen herunter. Gedanken über den Inhalt machte ich mir keine. Warum auch, das Gebet gehörte einfach zum (schönen) Ritual, 365 Tage im Jahr. Manchmal wusste ich gar nicht so recht, ob wir schon gebetet hatten oder doch nicht. Offensichtlich hatten wir schon, denn sonst hätte meine Mutter das Gebet ganz sicher angestimmt.

Wenn ich jetzt so zurückdenke, bekommt das Gebet eine völlig neue Bedeutung. Damals brauchten wir tatsächlich noch einen Schutzengel. Ich war ganz sicher kein Draufgänger, ich war sogar ein überaus vorsichtiges Kind. Trotzdem lebten wir Kinder damals – verglichen mit heute – in ständigem Risiko. Es fing schon damit an, dass wir als Babys in unserer Kinderwagenwanne auf der Autorückbank lagen, unangeschnallt, versteht sich. Als wir größer wurden, turnten wir während der Autofahrt auf der Rückbank herum oder standen zwischen den Vordersitzen, um freie Sicht zu haben – Gurte existierten „hinten“ damals noch gar nicht. Wir legten uns mit dem Fahrrad derart in die Kurve, dass sich das Pedal regelmäßig am Boden verkeilte und uns das Fahrrad dann abwarf wie ein Rodeopferd den Cowboy. Ein Helm? Nein, so etwas besaßen wir nicht. Wir fuhren natürlich auch Ski – ebenfalls ohne Helm. Wir probierten Erde, Sand und Kuhscheiße, wir gruben Höhlen in den Sägemehlhaufen, wir rodelten auf der Straße oder bauten uns für den Rodelspaß Sprungschanzen, die Nervenkitzel garantierten, sobald sie vereisten. Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Rodel unter meinem Hintern bei der harten Landung einmal in zwei Stücke zerbarst und es mich anständig überschlug. Mein Schutzengel dürfte mit mir ordentlich geschwitzt haben, sogar mehr als meine Eltern (die wussten ja nicht alles …).

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Und heute? Im Auto muss ich meine zwei Kinder nicht nur anschnallen, sondern sogar drei (!) verschiedene, freilich richtig teure Sitzvorrichtungen kaufen, in die sich die Kinder je nach Alter und Größe setzen müssen – so befiehlt es der Gesetzgeber. Sollten meine Kinder irgendwann Ski fahren, müssen sie bis 14 einen Helm tragen – so befiehlt es der Gesetzgeber. Selbstverständlich setze ich meinen Kindern beim Radfahren einen Helm auf, man weiß ja nie. Ich ertappe mich, wie ich als Vater selber überängstlich bin, wenn meine Kinder auf eine Bank oder einen Baum kraxeln. Aber wenn der Gesetzgeber und die gesamte Gesellschaft mir ständig einreden, wie gefährlich das Leben doch ist, dann wundere ich mich nicht darüber.

Früher wurde ohne Helm Motorrad gefahren, heute gehen unsere Kinder fast nicht mehr ohne Helm aus dem Haus. Es gibt auch Kinder, die sich gar nicht mehr schmutzig machen dürfen. Heh, wir haben damals die Kuhscheiße überlebt! Ob’s der Schutzengel gerichtet hat oder ob Dreck gar nicht so gefährlich ist, wie viele heute glauben, weiß ich nicht.

Heute ist den Schutzengeln gewiss oft langweilig. Wir Eltern wollen Schutzengel für unsere Kinder spielen, und der Gesetzgeber will Schutzengel für uns spielen. Auf die Zigarettenschachteln wollte der Gesetzgeber unbedingt aufgedruckt haben, wie gefährlich Rauch doch ist – ich bin ein bekennender Rauchfeind und trotzdem erscheint mir solcherlei Belehrung übertrieben. Im Verkehr musste der Gesetzgeber unbedingt durchsetzen, dass wir auch bei Tag mit eingeschaltetem Licht fahren. Natürlich muss auch das Fahrrad mit einem funktionierenden Licht ausgestattet sein, selbst wenn ich ausschließlich bei Tageslicht damit fahre, sonst setzt es eine Geldbuße. Das Glücksspiel muss mit einem eigenen Landesgesetz verboten werden, um Menschen vor der eigenen Unvernunft zu schützen.

Am ehesten verstehe ich noch die seit zwei Jahren geltende Winterreifenpflicht im Falle von Schneefall. Wo Mitmenschen durch eigenes Fehlverhalten in Gefahr gebracht werden, sind Vorschriften in Ordnung. Aber warum dürfen wir Menschen uns nicht mehr selbst in Gefahr bringen? Warum darf jemand nicht bei stockfinsterer Nacht ohne Licht Rad fahren, wenn er meint, dass er das tun müsse? Warum darf der Raucher nicht seine Zigarette anzünden, ohne auf die Gefahr aufmerksam gemacht zu werden, der er sich aussetzt? Warum darf jemand auf der Baustelle nicht ohne Helm herumlaufen, wenn er das für richtig hält? Und warum um alles in der Welt muss die Polizei kontrollieren, ob wir angeschnallt sind? Wenn jemand gerne durch die Windschutzscheibe fliegen möchte, soll er doch, so brutal dies klingt.

Mich wundert, dass die Zusatzrente noch nicht zur gesetzlichen Pflicht erhoben wurde. Sie ist lediglich eine Empfehlung, und das ist gut so. Wer fürs Alter vorsorgen will, soll das tun, und zwar so, wie er bzw. sie es für richtig hält. Wer das nicht will, soll es lassen. Ich warte nur darauf, dass die Zusatzrente zur Pflicht wird, mit dem Argument, dass sonst später die Allgemeinheit die Kosten schultern muss, um unvernünftige Menschen ohne zusätzliche Altersabsicherung vor dem Leben unter einer Brücke zu bewahren.

Ich bin für mehr Eigenverantwortung. Das müssen wir uns doch zutrauen, uns, dem nach Eigendefinition intelligentesten Wesen auf dieser Welt. Und ich bin dafür, dass die Schutzengel wieder ein bisschen Arbeit bekommen.

Schlagwörter: 36-12freenomedia

Ausgabe 36-12, Seite 7

Christian Pfeifer

Christian Pfeifer

Erste journalistische Gehversuche bei der Tageszeitung "Alto Adige", seit 1995 bei der SWZ, seit 2015 deren Chefredakteur. Moderiert nebenberuflich das Wirtschaftsmagazin Trend im Fernsehen von Rai Südtirol. Findet Ausgleich bei seiner Familie und beim Sport, vorwiegend bei Tennis, Ski und Langlauf.

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