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Ich liebe Giulia, aber nicht nur sie

Ein Bekannter hat mir Giulia vorgestellt. Er hat mir angeboten, mit ihr einen Tag zu verbringen. Ich bin verheiratet, und Giulia ist nicht mehr die Jüngste. Trotzdem habe ich mich verliebt.

Christian Pfeifer von Christian Pfeifer
12. Oktober 2012
in Gesellschaft
Lesezeit: 4 mins read

Meine Frau weiß nichts von Giulia. Ich gebe zu, dass ich ihr nichts von Giulia erzählt habe. Wahrscheinlich wird sie diese Zeilen lesen – und dann weiß sie endlich von Giulia. Dann wird dieses Geheimnis nicht mehr zwischen uns stehen. Ich kann mir nicht erklären, wie das passieren konnte. Giulia ist nicht mehr die Jüngste, und ihre Kurven sind nicht gerade jene, die mich sonst ansprechen. Aber sie hat so hübsche Kulleraugen – und ihr Hinterteil ist auch nicht schlecht. Wer Giulia ist? Giulia ist ein Auto! Giulia ist ein alter Alfa Romeo! Haben Sie wirklich allen Ernstes geglaubt, dass ich … Nein, ich gehe nicht fremd, ich habe keinen Grund dazu. Überhaupt keinen.

Aber Giulia hat es mir angetan. Und viele andere Oldtimer auch. Erst kürzlich sah ich auf dem Weg zum Mittagessen einen uralten Mercedes, weinrot mit verchromten Kanten, und ganz spontan rief ich meinem Chef zu: „Schau mal, wie schön!“ Schön? Wirklich? Oder einfach nur anders, einfach nur auffallend, weil ein solcher Anblick heute höchst selten ist? Kantig stand der Mercedes da – so muss der Albtraum eines jeden Windkanals aussehen –, mit unverhältnismäßig kleinen Rückleuchten statt moderner LED-Leuchten, ganz ohne Aluminiumfelgen und mit Stoßfängern in Chrom statt in Wagenfarbe. Magisch ziehen jahrzehntealte Fahrzeuge meine Aufmerksamkeit auf sich. Als vergangene Woche die „Eggentaler Herbst Classic“ stattfand, musste, nein durfte ich auf meinem Arbeitsweg zweimal täglich am Hotel vorbeifahren, in dem sich das „Basislager“ der Oldtimer-Rallye befand – und jedes Mal drosselte ich die Geschwindigkeit, um den einen oder anderen Oldie zu betrachten. Dass ich nicht der Einzige bin, der auf Alt steht, zeigte mir das rege Treiben rund um besagtes Hotel.

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Es ist schon eigenartig, welchen Reiz diese alten Kisten ausstrahlen. Da bemüht sich die Autoindustrie, die Fahrzeuge mit allerhand Bequemlichkeiten auszustatten, und dann kauft sich, wer es sich leisten kann, ausgerechnet für die entspannende Spritztour am Sonntag ein Auto, bei dem das Steuern mangels Servolenkung zum Kraftakt wird, bei dem die Gänge ohne Zwischengas nicht einspringen, von einem komfortablen Automatikgetriebe ganz zu schweigen, und bei dem die Türen freilich auch nicht so schön leicht schließen. Die Heizung funktioniert nicht richtig und eine Klimaanlage schon gar nicht. Das Radio – sofern überhaupt vorhanden – gibt aus kläglichen zwei statt acht Boxen musikähnliche Geräusche ab, die abwechselnd vom Rauschen des schlechten Empfangs und vom Motor, der das Auto gerade mühsam eine Steigung hinaufträgt, übertönt werden. Aber wir wollen ja eh den Motor hören und nicht die Musik, oder? Sonst können wir ja gleich eine Kassette einlegen, deren Magnetband allerdings regelmäßig vom Rekorder „gefressen“ wird.

Ja, bin ich noch bei Trost? Ich ertappe mich doch glatt beim Gedanken, dass ich ein solches Auto gerne in der Garage hätte, wenn ich das nötige Kleingeld dafür hätte. Und ich denke mir oft, dass ich mir heute einen Oldtimer als Brautauto wünschen würde, wenn ich meine Hochzeit noch einmal feiern könnte. Ob meine Frau mitspielen würde, ist allerdings eine andere Frage. Ich selbst wäre nicht sonderlich wählerisch: Giulia würde ich selbstverständlich akzeptieren, auch einen Fiat Topolino oder einen Fiat 500, von mir aus einen Opel Olympia oder einen Renault 4, egal. Und selbst die Frage, ob mit oder ohne Dach, wäre mir nicht so wichtig.

Was ist es, was den Reiz des Alters ausmacht? Hat uns der Fortschritt vielleicht das Autofahren dermaßen bequem gemacht, dass wir uns hie und da eine Spritztour sozusagen „für echte Männer“ wünschen? Oder wird uns die Liebe zu alten Autos im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt, weil wir als Babys in solchen Autos fuhren? Nostalgie heißt so etwas, ich selbst lag übrigens auf der Rückbank eines weinroten Fiat 124, erzählt mir mein Vater. Oder ist Alt einfach ein Statussymbol? Seht her, ich kann es mir leisten!

Tatsache ist, dass ein zehn Jahre altes Fahrzeug, das schon mit Servolenkung und elektrischen Fensterhebern ausgestattet ist, niemanden vom Hocker reißt. Aber ein 30 oder 40 Jahre altes Auto ohne Servolenkung schon. Würde ein Autohersteller heute ein Auto bauen, das exakt aussieht wie die frühere „Ente“ (Citroën 2cv) und beispielsweise 29 PS und einen Hubraum von 600 Kubikzentimeter hätte, wohl niemand würde es kaufen. Auch keinen Fiat 500 mit 18 PS und 500 Kubikzentimeter Hubraum. Aber wenn das Auto 30 oder 40 Jahre auf dem Kühler hat, dann wird es wie durch Zauberhand begehrenswert. Dann ist es „schön“, schwärmen wir. Der Fiat 500, mit dem Parlamentarierin Luisa Gnecchi vorfuhr, als sie noch Landesrätin war, ist legen- där – keine Ahnung, ob sie das Auto immer noch besitzt.

Die Faszination des (ganz) Alten macht übrigens nicht beim Auto halt. Auch alte Sofas oder eine alte Kommode üben auf viele Menschen eine magische Anziehungskraft aus, sie dürfen ruhig ordentlich abgenützt sein. Ein altes Haus hat ebenfalls seinen Reiz, dass es keine Heizung besitzt, macht ja nichts.

Werden unsere heutigen Autos in 30 Jahren ebenso begehrt sein? Sollte ich mein heutiges Auto vielleicht in die Garage stellen und in 30 Jahren wieder herausholen? Fachleute meinen, dass die heutigen Autos nicht so lange überleben, die ausgefeilte Elektronik wird es nicht packen. Mir ist’s egal, ich bin eh schon vergeben. An Giulia. Und morgen vielleicht an eine Ente.

Schlagwörter: 39-12freenomedia

Ausgabe 39-12, Seite 7

Christian Pfeifer

Christian Pfeifer

Erste journalistische Gehversuche bei der Tageszeitung "Alto Adige", seit 1995 bei der SWZ, seit 2015 deren Chefredakteur. Moderiert nebenberuflich das Wirtschaftsmagazin Trend im Fernsehen von Rai Südtirol. Findet Ausgleich bei seiner Familie und beim Sport, vorwiegend bei Tennis, Ski und Langlauf.

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