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Wenn aus Kunden Nummern werden

Die Privacy-Regeln wollen es so: Immer öfter werden wir in öffentlichen Räumen zu Menschen mit einer Nummer statt mit einem Namen. Über Vorschriften und Vorlieben – und die Konsequenzen.

Südtiroler Wirtschaftszeitung von Südtiroler Wirtschaftszeitung
28. Juni 2013
in Gesellschaft
Lesezeit: 3 mins read

Ein Freund von mir legt großen Wert darauf, dass er im Urlaub im Frühstücksraum seines Hotels schon nach wenigen Tagen mit seinem Namen begrüßt wird. Ein freundliches „Guten Morgen, Herr Zelger“ sei einfach ein Zeichen der Aufmerksamkeit und der Wertschätzung, sagt er, „ein Hinweis darauf, dass ich als Gast persönlich wahrgenommen werde, dass ich nicht irgendjemand bin, sondern ein ganz bestimmter Mensch, dessen Gesicht man einen Namen zuordnet“.

Der „Herr Zelger“ ist kein Einzelfall. Die meisten Menschen mögen es, wenn sie im Geschäft um die Ecke, wo sie oft einkaufen, im Restaurant, wo sie gelegentlich essen, oder im Büro des Golfclubs, dessen Mitglied sie sind, erkannt und mit dem Namen angesprochen werden. Nicht von ungefähr schulen viele Dienstleistungsunternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin, Kunden nicht „anonym“, sondern „persönlich“ anzusprechen, weil diese das mögen. So ticken wir Menschen nun einmal: Wir wollen anerkannt werden. Die Psychologen gehen noch weiter: Wir wollen geliebt werden, sagen sie.

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Ich erzähle dies alles, weil die Privacy-Normen dazu führen, dass wir aus angeblichen Datenschutzgründen nach und nach „anonymisiert“ werden. Da ist anscheinend doch tatsächlich geplant, die Patienten in den Warteräumen des Gesundheitsdienstes nicht mehr mit ihren Namen aufzurufen, sondern mit einer Nummer. Statt „Frau Huber“ heißt es dann „Nummer 18“, damit niemand weiß, dass da eine Frau Huber auf die Untersuchung durch einen Kardiologen wartet und daraus schließen kann, dass sie Herzprobleme hat. Welch schreckliche Vorstellung ist diese Nummerierung – und wie sinnlos ist sie! Wenn ein Mensch im Warteraum sitzt, der die Frau Huber kennt, dann weiß er auch bei einem Aufruf mit einer Nummer Bescheid, und wenn das nicht der Fall ist, ist der bloße Name für Dritte genauso nichtssagend wie eine Nummer. Solche Vorschriften schützen nicht die Privatsphäre, sondern machen aus Menschen anonyme Wesen, Nummern im Gesundheits- oder in einem anderen Dienst.

Was soll da noch alles kommen? Darf die Rezeptionsmitarbeiterin eines Tages nicht mehr „Herr Zelger“ sagen, weil sie damit die Privatsphäre verletzen könnte? Wird die freundliche Assistentin meines Zahnarztes bald auch nicht mehr „Herr Weißensteiner“ sagen, sondern mir eine Nummer zuordnen, damit im Warteraum niemand weiß, dass ich es bin, der da behandelt wird? Und soll der Betreiber des Weinfachgeschäftes, wo ich mich zuweilen eindecke, nicht mehr „Auf Wiedersehen, Herr Weißensteiner“ sagen, weil mich andere dann identifizieren und vermuten könnten, dass ich ein Alkoholiker bin? Damit nicht genug: Dürfen die Einnahmenagentur, das Landesgericht oder Rechtsanwälte Briefe in Umschlägen verschicken, die nicht anonym weiß sind, sondern womöglich mit Logo und Bezeichnung versehen? Da könnte der Briefträger doch glatt vermuten, dass es sich um einen Steuerbescheid, eine Vorladung oder eine letzte Mahnung zur Begleichung einer Rechnung handelt! Geht das?

Ach ja, die Privatsphäre! Nie haben wir mehr von uns preisgegeben als im Zeitalter des Internets und der angeblich sozialen Medien, nie wurden wir in unseren Vorlieben und Gewohnheiten so dreist ausspioniert wie von Google und Amazon, nie haben Geheimdienste diesseits und jenseits des Atlantiks so selbstverständlich unseren Telefon- und E-Mail-Verkehr nach verdächtigen Ausdrücken durchkämmt, nie konnten wir über unser Handy so präzise geortet werden, nie waren das Ziel und die Route unserer Urlaubsreise über die Nutzung der Bankomat- oder Kreditkarte so präzise nachvollziehbar wie im Zeitalter des Gesetzes über die Privacy. Wer Ärger haben möchte, sollte einfach eine Nummer in den USA anrufen und „20 Panzerfäuste und zehn Boden-Luft-Raketen“ sagen.

Der Große Bruder weiß längst alles über uns: Welche Bücher wir lesen (Stichwort: E-Reader), wie viel Geld im Monat wir ausgeben, ob wir Wellnesshotels mögen oder wie viel wir jährlich mit welcher Vorteilskarte einkaufen. Überall werden wir als Nutzergruppe mit individueller Adresse registriert – oder aber mit Namen und Steuerkodex. Nur im Gesundheitsdienst sollen wir als Nummer daherkommen.

Die Privacy hat nur einen großen Feind, nämlich die Transparenz. Und deshalb dürfen wir wissen, wie hoch das Jahresgehalt des Direktors der Schule ist, die unsere Kinder besuchen, oder wie viel der Generalsekretär der Handelskammer verdient. Diese Listen dürfen veröffentlicht werden! Warum eigentlich nicht auch die Liste der Wechselproteste?

Heute möchte ich auch einmal von meinem Recht auf Privatsphäre Gebrauch machen, und ich weigere mich einfach, mit meinem Namen für dieses SWZ-Blitzlicht geradezustehen.

Schlagwörter: 26-13freenomedia

Ausgabe 26-13, Seite 7

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