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Bitte, bitte raubkopiert uns!

In Österreich wird über eine Festplattenabgabe diskutiert, mit der einheimische Künstler gefördert werden sollen. Der Aufschrei unter den Konsumenten ist groß, die Gehässigkeit auch, wie ein Streifzug durch die Internetforen beweist. Ein nicht ganz objektiver Blick auf die Debatte.

Südtiroler Wirtschaftszeitung von Südtiroler Wirtschaftszeitung
15. Februar 2013
in Gesellschaft
Lesezeit: 4 mins read

Krisenzeiten sind nicht gemacht für Solidarität. Neid und Vorurteile florieren, auch und gerade in Bereichen, in die viele nicht detailliert Einblick haben. Die Kunst ist so ein Bereich. Im kollektiven Bewusstsein halten sich hartnäckig Bilder, die aus den Lustigen Taschenbüchern bekannt sind: Ein Glas mit geschimmelter Marmelade wird von irgendeinem Kunstkritiker hoch gelobt, der „Künstler“ wird sofort in den größten Galerien herumgereicht und wird für jeden Rülpser, den er hervorbringt, mit gut dotierten Preisen überhäuft. Und jetzt wollen diese supersubventionierten Hochstapler, die zu faul für „richtige Arbeit“ sind, auch noch an den Festplattenpreisen mitnaschen!

Dabei klingt die Argumentation zunächst einmal recht plausibel: Das Internet ist eine riesige Ansammlung aller möglichen Daten, darunter auch Filme, Musik, Texte, Bilder. Sie zu kopieren ist keine große Sache, das schaffen schon Grundschüler. Zwar wird immer wieder einmal daran erinnert, dass illegales Herunterladen geschützter Inhalte strafrechtliche Folgen nachziehen könnte, aber da „es“ fast jeder tut, fühlt sich auch jeder in der Masse geschützt. Sie können uns nicht alle verhaften. Naheliegend also, wenn man über eine Pauschalabgabe auf den Erwerb von Festplatten nachdenkt, auf denen Inhalte gespeichert werden können. Mit diesem Geld könnten Künstler, die ansonsten um den Lohn für ihre Arbeit geprellt werden, zumindest ein bisschen entschädigt werden. Soweit einmal der Vorschlag.

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Aber jetzt geht’s los. User mit den klingenden Namen wie „Nichtmitmir“ oder „Ich scheiß’ größere Haufen als ihr alle…“ (nein, das sind keine Erfindungen von mir) belehren uns eines Besseren. Erstens nämlich würden ja sowieso nur die berühmten Künstler kopiert, also die guten, also die, die jeder haben will. Und die verdienten an ihrer Kunst eh schon genug. Dem Hollywoodblockbuster macht es nichts aus, wenn ein paar hunderttausend Kopien von ihm gezogen werden. Er finanziert sich ja sowieso über Productplacement und Merchandising. Auch Superstar Rihanna wird nicht ärmer, nur, weil ihre neueste CD millionenfach kopiert wird, ganz im Gegenteil, froh soll sie sein. Durch diese rasante Verbreitung wird sie nur noch berühmter und damit noch wertvoller. Wir lernen: Kopiert werden nur die Berühmten. Und die sind, weil sie ja eben berühmt sind, eh schon reich. Denen tut das Kopiertwerden nicht weh. Und die anderen, die Armen, die werden auch nicht kopiert. Weil sie einfach zu schlecht sind. So erklärt uns ein User namens „“, dass der Markt den Künstlern aufzeige, dass sie schlichtweg nicht so wertvoll seien, wie sie glaubten. Wörtlich: „Wenn’s niemand kaufen will, ist es nichts wert.“ Ein interessanter Schluss angesichts der Tatsache, dass ja offenbar auch die Hollywoodblockbuster niemand „kaufen“ will, zumindest nicht für Geld. Wir lernen: Die Berühmten werden kopiert, und denen tut das auch nichts. Und die Armen werden nicht kopiert, und das geschieht ihnen auch recht, weil die will auch keiner. Geld kriegen beide keins.

Und dann lassen sich die User auch noch munter darüber aus, dass heutzutage Kunst sowieso keine Kunst mehr ist und jeder irgendwas zusammenpantschen und dann als großes Meisterwerk anpreisen kann. Und dass Mozart auch arm gestorben ist, und deswegen sollen die ganzen Künstler einfach den Mund halten, denn so gut wie Mozart werden sie nie sein. Sie sollten sich also die Haare schneiden und arbeiten gehen, und in ihrer Freizeit dürfen sie dann noch Kunst machen, wenn sie es denn einfach nicht lassen können.

Hier kommt einiges zusammen. Zum einen ist das Vorurteil, dass die Kunst ja sowieso keine Kunst ist, möglicherweise so alt wie die Kunst selbst. Sieht man einer Skulptur vielleicht noch entfernt an, wie viel Arbeit in ihr steckt, so verschwimmen die Relationen schon bei der Musik, der Maler wirft zweimal mit Farbe herum und der Schriftsteller setzt sich sowieso nur hin und klopft in ein paar Minuten unverständliches Geschwurbel runter. Zum zweiten die Behauptung, dass ja jeder ein Künstler sein kann: Da helfen auch Diplome und Universitätsabschlüsse von anerkannten Bildungseinrichtungen nichts, an denen das Handwerk erlernt werden kann – irgendwann kommt ein Schlaumeier und sagt: „Das kann meine Oma auch.“ Kunst ist komplex, und wenn ein Maler sich dazu entschließt, nicht fotorealistisch zu malen (obwohl er es könnte), sondern andere Ausdrucksformen zu wählen, dann wird ihm gerne Inkompetenz unterstellt. Oder Abgehobenheit. Oder beides. Und vielleicht – ja, ich gebe es zu – vielleicht ist das ja zutreffend. Auch in der Kunst tummeln sich genügend Leute, „die es nicht draufhaben“. Wie in fast jeder anderen Berufsgruppe auch. Solche Leute sind ein Ärgernis, weil sie immer als Beweis dienen, dass auch alle anderen Vertreter dieses Standes nur Hochstapler sind. Aber ich schweife ab. Was mich besonders beschäftigt, ist die Arroganz, mit der in den Kommentaren darauf hingewiesen wird, dass die österreichische Kunst (hier kann man gerne auch die Kunst anderer kleiner Kulturräume einsetzen) sowieso nichts wert sei. Als Beweis wird ihr geringer Marktwert hergenommen. Im Umkehrschluss sind also die Kastelruther Spatzen, da ja höchst erfolgreich, ganz grandiose Musiker, Rosamunde Pilcher strahlt als einsamer Stern am Literaturhimmel und der Thun-Engel ist die Ikone einer nicht zu überbietenden künstlerischen Ästhetik. Wir lernen: Wer als Künstler ernst genommen werden will, muss zweierlei schaffen, nämlich erstens, dass er möglichst viel Geld mit seiner Kunst macht. Und zweitens, dass er dann, wenn er viel Geld mit seiner Kunst gemacht hat, möglichst viel raubkopiert wird. Gelingt ihm beides nicht, ist damit der Beweis erbracht, dass er ein Nichtskönner ist. Auf den Gedanken, dass die Nachfrage sich nicht immer nach dem Guten, sondern nach dem gut Vermarkteten richtet und viele kleine Künstler schlichtweg kaum die Möglichkeit haben, sich gut zu vermarkten (denn dazu braucht es einiges an Finanzkraft), scheint niemand zu kommen. Auch kämpfen gerade die Künstler kleiner Kulturkreise mit dem Vorurteil ihrer eigenen Landsleute, dass sie, weil ja „Einheimische“, gar nichts können können. Als rühmliche (?) Ausnahme sei hier die Schweiz zu nennen, die gewährt den eigenen Leuten von vornherein einen Talentbonus. Aber ich schweife schon wieder ab. Wir halten fest: Die Kunden greifen lieber gleich zu dem, was ihnen auf riesigen Hochglanzplakaten schmackhaft gemacht wird, statt sich mit einem Werk auseinanderzusetzen, das vielleicht ein Fehlgriff, vielleicht aber auch eine Entdeckung sein könnte. Der Konsument, selbst der Kunstkonsument, riskiert nicht gerne. Auch nicht einen Blick über den Tellerrand hinaus. Er lässt sich lieber gleich die patentierten Erfolgsrezepte großer Plattenlabels servieren. Und wer es nicht in deren heiligen Hain geschafft hat, soll ruhig verhungern, er hat es nicht besser verdient.

Und die Festplattenabgabe? Vergessen wir’s. Sie ist so sinnlos wie eine verpflichtende Krankenversicherung für alle. Die Gesunden wären schön blöd, für die Kranken zu zahlen. Und die Kranken haben es sicher irgendwie selbst verbockt, dass sie krank geworden sind. In Österreich, dem Land mit einer der höchsten Raucherquoten Europas, versteht das sicher jeder.

Schlagwörter: 07-13freenomedia

Ausgabe 07-13, Seite 16

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