Bozen – Nach langem Hin und Her gibt es nun Klarheit über die Zukunft der Valbruna-Stahlwerke in Bozen Süd. Bei einem Treffen am Donnerstag hat sich die Landesregierung mit der Valbruna-Gruppe über die Inhalte des neu abzuschließenden Konzessionsvertrages geeinigt. Das Unternehmen darf demnach das Stahlwerksareal, das im Eigentum des Landes ist, weiterhin nutzen.
Die neue Konzession wird eine Laufzeit von 30 Jahren haben und kann auf Antrag des Unternehmens um weitere 30 Jahre verlängert werden. „Voraussetzung dafür ist die nachweisliche Einhaltung der im Konzessionsvertrag festgelegten Auflagen. Insbesondere betrifft dies die Beibehaltung des Beschäftigungsniveaus und die Fortführung der Stahlproduktion“, erklärt das Land. Das zuständige Ministerium hat die Stahlproduktion als „strategisches nationales Interesse“ eingestuft.
Laut Land hat Valbruna die jährliche Konzessionsgebühr akzeptiert, die von den zuständigen Landesämtern geschätzt wurde. „Bei der Festlegung der Gebühr wurde berücksichtigt, dass das Unternehmen auch sämtliche Kosten für die notwendigen außerordentlichen Instandhaltungsarbeiten selbst trägt. Die zu entrichtende Gebühr unterliegt außerdem einer jährlichen Inflationsaufwertung“, heißt es.
Jetzt fehlen noch die formellen Unterschriften.
Unternehmerverband zufrieden
Der Unternehmerverband Südtirol zeigt sich mit dem Ausgang der Verhandlungen zufrieden. Präsident Alexander Rieper sagt: „Südtirol kann es sich nicht leisten, auf seine Industrieunternehmen zu verzichten. Das produzierende Gewerbe schafft rund ein Viertel des BIP des Landes, garantiert sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze und trägt mit seinem Steueraufkommen wesentlich dazu bei, Welfare und öffentliche Leistungen zu finanzieren.“
Das erzielte Abkommen solle nun Ausgangspunkt für eine umfassende strategische Überlegung zur Zukunft der Industrie und ihrer Rolle für die Entwicklung Südtirols sein. „Wir hoffen“, so Rieper, „dass das in diesen Wochen gewachsene Bewusstsein für die strategische Bedeutung der Industrie in einer langfristigen Vision mündet. In ganz Europa ist derzeit ein Prozess der Reindustrialisierung im Gange, und auf globaler Ebene herrscht ein Wettbewerb um industrielle Investitionen, die strategische Produktionen, Arbeitsplätze und Wohlfahrt sichern. Vor diesem Hintergrund müssen wir auch in Südtirol wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen garantieren, um bestehende Unternehmen zu halten und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten sowie gleichzeitig die Ansiedelung neuer innovativer Betriebe zu fördern.“


















