Bozen/Brüssel – „Schluss mit lustig!“ So kommentiert der Südtiroler Handelsverband hds mit Genugtuung die EU-Entscheidung, die Zollbefreiung für Warensendungen unter 150 Euro aus Drittstaaten abzuschaffen. Am Donnerstag hatten sich die EU-Finanzminister in Brüssel darauf geeinigt.
Hintergrund ist der massive Erfolg von chinesischen Billig-Versandhändlern wie Temu, Shein oder AliExpress. Sie verschicken täglich Hunderttausende bis Millionen Pakete an europäische Kunden.
„Das ist ein längst überfälliges Signal für fairen Wettbewerb“, sagt hds-Präsident Philipp Moser. „Unsere Betriebe hier vor Ort zahlen Steuern, Mieten, Löhne und investieren in Ausbildung und Qualität. Es kann nicht sein, dass gleichzeitig Millionen von Mini-Paketen aus Fernost quasi zoll- und kontrollfrei in den EU-Markt strömen und unsere Unternehmen massiv unter Druck setzen.“
Wie der hds erklärt, sei der bisherige Freibetrag von 150 Euro von internationalen E-Commerce-Plattformen systematisch genutzt worden, um den europäischen Markt mit extrem billiger günstiger Ware zu überschwemmen. Für lokale Händler:innen – besonders im Modebereich – sei diese Schieflage längst existenzbedrohend.
Die Entscheidung der EU ist laut Philipp Moser nicht nur ein wirtschaftspolitisches, sondern auch ein verbraucher- und umweltpolitisches Signal: „Viele Produkte, die im Rahmen des ultra-billigen Onlinehandels in die EU kommen, würden bei einer strengeren Kontrolle wohl nie die Regale eines europäischen Fachgeschäftes erreichen. Es geht um Produktsicherheit, um Transparenz in der Lieferkette, um Umweltstandards und um die Einhaltung europäischer Regeln bei Verpackungen und Entsorgung.“
Der hds erhofft sich eine schnelle Anwendung der Zölle. Laut EU soll es im Laufe von 2026 soweit sein.
















