Simon Staffler ist einer, der selten stillsteht. Der gebürtige Meraner (37) ist geschäftsführender Inhaber von Wineline und Falstaff Italien. Er studierte Geografie in Mailand und Marburg sowie General Management am MCI in Innsbruck. Über den Service im Restaurant Zum Löwen in Tisens, einen Sommelierkurs fand er in die Weinwelt. Heute lebt er mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn in Meran.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Alles unter einem Hut zu bringen. Strategien entwickeln, Mitarbeiter führen, operativ tätig sein. Der Tag hat (aktuell) zu wenig Stunden.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
Bei wichtigen Entscheidungen (egal ob privat oder beruflich) „eine Nacht drüber zu schlafen“.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Ich würde „Teil“ durch „Menschen“ ersetzen. Es gab und gibt Weggefährtinnen und Weggefährten, die mich stark inspirieren. Von ihnen konnte ich mir schon einige Scheiben abschneiden.
4. Wie erkennen Sie Talente?
An ihrer Passion und Energie. Talentierte Menschen „schwingen“ anders. Man muss sie fördern und ihnen Raum geben – als Arbeitgeber aber auch Grenzen abstecken dürfen.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ja, absolut. Es gibt viele variable Formen, ganztägig oder halbtägig. Generell mögen wir es aber, wenn Mitarbeiter im Büro sind – nicht zur Kontrolle, sondern weil der Vibe anders ist.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Am liebsten würde ich auf der Bühne stehen – als Musiker oder Theaterschauspieler. Auch als TV-Moderator sehe ich mich ganz gut. Comedian würde mir ebenfalls gefallen.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Ein realistischer Wunsch: eine Universität in Meran. Ein utopischer: lokal ansässige Unternehmen von der Steuerlast zu befreien.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Mehr Spielraum für Arbeitgeber. Bei Anstellungen und Kündigungen sehe ich eine starke Unausgewogenheit. Der Schutz der Mitarbeiter ist ein hohes Gut. Aber auch Unternehmer brauchen Schutz.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
In der Natur: im Wald, bei Spaziergängen. Oder am Strand, bei kitschigen Sonnenuntergängen. Wenn es die Zeit erlaubt, auch in der Musik.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Wenn ich den Wein mitbringen darf, säße ich gerne an einem Tisch mit Donald Trump, Sergio Mattarella, Papst Leo, Vladimir Putin, dem Dalai Lama und König Charles.


















