Der 30-jährige Eppaner ist Investment Manager bei Vsquared Ventures in München. Nach seinem Studium im Bereich Finance arbeitete er für KPMG, Deutsche Bank und diverse Start-ups.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Die Balance zwischen schnellen Entscheidungen und gründlicher Prüfung zu finden. Als Venture Capitalist muss ich oft binnen Wochen (manchmal sogar Tagen) beurteilen, ob ein junges Unternehmen das Zeug zum Erfolg hat.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
„Frag nicht um Erlaubnis, sondern um Verzeihung.“ Manchmal ist es besser, einfach anzufangen und zu machen, statt ewig auf den perfekten Moment oder die Zustimmung aller zu warten.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
„Can‘t Hurt Me“ von David Goggins. Das Buch hat mir gezeigt, dass es manchmal einfach darum geht, durchzubeißen und weiterzumachen, auch wenn es schwierig wird.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Ich schaue auf drei Dinge: Was hat jemand wirklich umgesetzt? Nimmt er Feedback an? Und wie geht er mit Rückschlägen um? Echte Talente haben einen „track record“, sind lernfähig und geben bei Problemen nicht anderen die Schuld, sondern schauen, was sie selbst besser machen können.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Vollkommen flexibel. Solange die Arbeit gemacht wird und wichtige Termine wahrgenommen werden, ist es egal, ob ich aus München, einem Café in Bozen oder vom Flughafen aus arbeite.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Weinbau – auch wenn ich null Qualifikation dafür habe. Als Eppaner habe ich das zwar quasi in den Genen, aber das reicht natürlich nicht!
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Eine klarere Strategie bei Technologieförderung mit mehr Fokus. Und natürlich: weniger Bürokratie, mehr digitale Lösungen etc.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Weltoffenheit. Wir spielen in relativ vielen Bereichen ganz vorne mit, aber manchmal fehlt der Mut, auch über den Tellerrand zu schauen. Dazu gehört auch die Bereitschaft für Risiko — mal zu scheitern und daraus zu lernen.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Momentan beim Radfahren, Schwimmen und Laufen. In Winter dann meistens bei Skitouren.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit Jannik Sinner. Der hätte das Zeug zu einem richtig guten Gründer!




















