Nathan Huber ist Geschäftsführer der Kronservice GmbH und studiert derzeit berufsbegleitend an der Steinbeis-Hochschule (Master of Business Administration). Der 30-Jährige wohnt in Weitental und hat einen dreijährigen Sohn.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Das Management von rund 115 Mitarbeitenden. Jeder Mensch bringt eigene Erwartungen, Stärken und Themen mit. Das ist anspruchsvoll und gleichzeitig die spannendste Aufgabe.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
Das Gelassenheitsgebet des Theologen Reinhold Niebuhr begleitet mich: Gelassenheit für Dinge, die ich nicht ändern kann, Mut für das, was ich ändern kann, und die Weisheit, beides zu unterscheiden. Das ist für mich ein Lebensmotto geworden.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Eine Phase meiner Masterarbeit, die ich als Unternehmensprojekt angelegt habe. Es ging um erfolgreiche Personalpolitik, genau das Thema, das mich auch aktuell am meisten beschäftigt.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Ich erkenne Talent an Haltung und Energie. Wer eigene Ideen einbringt und Dinge hinterfragt, bringt das Unternehmen langfristig stärker weiter als jemand, der bloß Aufgaben abhakt.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ja, in der Verwaltung können unsere Mitarbeiter:innen zwei bis drei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten. Vertrauen und Eigenverantwortung sind dafür die Basis.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Ich habe mich nie intensiv mit Alternativen beschäftigt. Wenn, dann wäre es wohl eine Rolle mit Führungsverantwortung, in der es stark auf wirtschaftspsychologisches Gespür ankommt.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Den demografisch begründeten Personalmangel stoppen wir nicht. Aber die Politik entscheidet, ob Südtirol beim Kampf um Fachkräfte vorne mitspielt oder abgehängt wird.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Offenheit gegenüber neuen und nachhaltigen Arbeitsmodellen. Weniger starre Hierarchien, mehr Chancen für persönliche Entwicklung. Es geht nicht nur darum, Stellen zu besetzen, sondern Perspektiven zu bieten.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Bei meiner Familie und im Tennis. Beides erdet mich und gibt mir Energie zurück.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit Helmut Schmidt, wenn er noch leben würde. Seine Klarheit, seine direkte Art und seine Weitsicht hätten mich sehr interessiert.
















