Nach Stationen in Berlin, London, USA und Frankenthal zog es den gebürtigen Suldner zurück in die Heimat. Heute lebt er in Spondinig und leitet als CEO das Familienunternehmen TTM GmbH. Berger studierte in Bozen und machte seinen dualen MBA in Mailand und Toronto. Wenn der zweifache Vater nicht als Unternehmer und Berater im Einsatz ist, findet man ihn auf der Skipiste oder hinter dem DJ-Pult.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Viele klassische Herausforderungen sind längst das neue Normal: Wachstumsgrenzen, Nachhaltigkeit, globaler Wettbewerb. Die größte Disruption kommt aber erst: die KI.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
„There’s no such thing as a free lunch“ – nichts ist wirklich umsonst. Dieser Satz von Professor Vernon aus Kalifornien ist heute aktueller denn je.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Ein MBA-Modul in Mumbai: Hightech direkt neben extremer Armut lässt einen Wirtschaftsmodelle hinterfragen und Unternehmen nicht mehr nur als Gewinnmaschinen, sondern als Verantwortungsträger wahrnehmen.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Alfred Steinherr, ehemaliger Rektor der Uni Bozen, sagte einmal: „Durchschnittliche Talente kann ich nicht leiden.“ Talent erkennt man nicht am Diplom, sondern an Neugier, Energie und den Fragen, die jemand stellt.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ein bis zwei Tage, mehr nicht. Gerade in einem mittelständischen Betrieb entstehen viele gute Lösungen nicht im Kalender, sondern zwischen Tür und Angel.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Tourmanager oder Bühnentechniker auf großen Festivals. Veranstaltungstechnik ist wohl der einzige Fluchtberuf, bei dem ich freiwillig noch weniger schlafen würde.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Südtirol hat Weltklasse-Unternehmer. Ich wünsche mir, dass mehr von diesem Tempo, Mut und Verantwortungsgefühl in politische Entscheidungen einfließt.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Wir dürfen nicht nur verwalten, was schon da ist, wir müssen neue Wertschöpfung schaffen. Weniger Komfortzone, mehr internationale Ambition.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Beim Skifahren und Bergsteigen. Wenn das nicht reicht, hilft laute Event-Musik oder Heliskiing in Nepal oder Kanada.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit Angela Merkel. Mich würde interessieren, wie sie auf ihre großen politischen Entscheidungen zurückblickt. •



















