Johanna Kössler leitet seit 2021 den Personalbereich bei Siebenförcher. Die gebürtige Boznerin lebt in Meran, studierte in Kufstein und absolvierte in Südafrika einen MBA. Beruflich war sie u. a. bei Fruitservice und Markas tätig, bevor sie bei Siebenförcher als Direktionsassistentin einstieg. Als dreifache Mutter kennt sie die Herausforderung, Familie und Beruf zu vereinen.
1. Ihre derzeit größte Herausforderung im Berufsalltag?
Privates und Berufliches zu vereinbaren und beidem gerecht zu werden.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
Nimm nicht immer alles persönlich und höre dir die Meinung aller Beteiligten an.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Meine Ausbildung in Südafrika hat mir gezeigt, wie stark kulturelle Unterschiede das tägliche Leben prägen. Sie beeinflussen insbesondere Kommunikation und Zusammenarbeit. Ich habe gelernt, diese Unterschiede bewusst wahrzunehmen und sie zu schätzen.
4. Wie erkennen Sie Talente?
In einem persönlichen Gespräch oder durch direkte Zusammenarbeit. Mein Bauchgefühl spielt dabei eine große Rolle.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice, und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Da wir ein Produktionsbetrieb sind, ist Homeoffice nur sehr eingeschränkt und in Notfällen möglich – in den operativen Bereichen gar nicht, in Verwaltung und Administration nur ausnahmsweise.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Ich würde gerne als Referentin arbeiten und Jugendliche auf die Arbeitswelt vorbereiten. Viele kennen weder den Begriff Abfertigung noch die Unterschiede zwischen Voll- und Teilzeit und deren Auswirkungen auf die Pension.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollte stärker gefördert werden. Das Betreuungssystem in deutschsprachigen Kindergärten und Schulen ist ausbaufähig, während es in italienischsprachigen Einrichtungen besser funktioniert.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Junge, motivierte Menschen, die sich nicht scheuen anzupacken.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Bei meiner Familie und in der Natur.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit meiner Omi, die 2006 verstorben ist. Ich erinnere sie als agile und kraftvolle Persönlichkeit mit stets gutem Rat. Ihre innere Stärke und Ruhe halfen ihr, auch in chaotischen Zeiten den Kurs zu halten. Ihr Optimismus hat mich nachhaltig beeindruckt.
















