Die 51-Jährige ist Leiterin des Bereichs Science Support, Strategy and Communication am Versuchszentrum Laimburg. Sie erlangte einen PhD in Mikrobiologie und war als Postdoktorandin am Roslin Institute und an der Edinburgh University (beide in Schottland) tätig. Seit 2007 arbeitet sie am Versuchszentrum Laimburg. Dort hat sie das Team Science Support, Strategy and Communication aufgebaut. Jennifer Berger ist verheiratet, hat ein Kind und wohnt in Girlan.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – immer wieder eine organisatorische Herausforderung!
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
Kam vor vielen Jahren von meinem Doktorvater: Stelle Fragen und höre aufmerksam zu.
3. Aus welchem Fehler haben Sie etwas gelernt?
Wenn Personen das Team verlassen, sollte man dies nicht als Rückschlag, sondern als Chance zur Weiterentwicklung sehen. Oft bringt ein Personalwechsel frischen Wind und neue Ideen.
4. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Mein fünfjähriger Aufenthalt als junge Postdoktorandin in Schottland in einem internationalen, kompetitiven, aber auch kooperativen Umfeld hat mir gezeigt, dass Zusammenarbeit ein wichtiges Gut ist und viele (oft nur imaginäre) Barrieren überwinden kann.
5. Wie erkennen Sie Talente?
An ihrer Begeisterung. Ich beobachte, welche Aufgaben ihnen Spaß machen und welche Arbeiten sie mit Enthusiasmus erledigen. Was man gerne macht, macht man in der Regel gut.
6. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Am Versuchszentrum Laimburg gibt es zum Glück sehr flexible Homeoffice-Möglichkeiten, individuell vereinbar bis zu 80 Prozent der Arbeitszeit.
7. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
In den Bereich Human Resources. Er ist vielseitig und herausfordernd, und ich arbeite gerne mit Menschen.
8. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Mutig gemeinsam die zahlreichen und hinlänglich bekannten Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Gute Ideen aufzunehmen, egal von welcher Partei sie stammen.
9. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Innovationsbereitschaft und den Mut, Risiken einzugehen. Mehr Bereitschaft der Arbeitgeber, auch Vätern Elternzeit und Teilzeit zu gewähren, damit die Care-Arbeit, das Einkommen und die Pensionen irgendwann wirklich gerecht verteilt sind.
10. Wo finden Sie Ausgleich?
In der Natur. Ich wandere gerne und fotografiere Natur und Landschaft. Das schärft das Auge für die Schönheiten um mich herum und hilft, abzuschalten.
















