Florian Niedermayr ist seit Juni General Manager von Intercable TEC. Er erlangte einen PhD in Elektrotechnik. Nach seiner Promotion an der TU Graz war er von 2012 bis 2016 für Fraunhofer Italia tätig. Anschließend wechselte er zu Intercable, dessen CTO er 2020 wurde. Der 43-Jährige ist verheiratet, hat drei Töchter und wohnt in St. Lorenzen.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Die Weichen für die Weiterentwicklung von Intercable TEC zu setzen. Heute leben wir von einem erfolgreichen, profitablen Automotive-Geschäft. Dieses wollen wir in den nächsten Jahren diversifizieren.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
Der beste Rat kam von einem Kunden: „Warten Sie nicht, bis der Wandel zu Ihnen kommt – bis dahin haben andere ihn schon gestaltet.“
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Das sind mehrere Denker, mit denen ich mich vor allem während meiner Studienzeit beschäftigt habe, darunter Karl Popper und Richard Feynman.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Ich achte weniger auf den aktuellen Leistungsstand als auf die Lernkurve. Spitzenresultate sind die sichtbare Folge von Talent plus Investment – nicht das Talent selbst.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice, und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ja, Mitarbeiter können bis zu fünf Tage pro Monat im Homeoffice arbeiten.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Ich würde versuchen, selbst ein Unternehmen zu gründen.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Wir konkurrieren mit Standorten, deren Arbeitskosten bei einem Bruchteil der unseren liegen – diesen Wettbewerb gewinnen wir über Know-how und Menschen, die hier bleiben wollen. Dafür brauchen wir leistbaren Wohnraum für Fachkräfte und planbare, wettbewerbsfähige Energiepreise.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Weltoffenheit. Wir betreiben sehr viel Nabelschau und beschäftigen uns zu sehr mit uns selbst.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Ich suche mir immer wieder neue Projekte. Heuer habe ich mich zum Beispiel intensiv mit KI beschäftigt und meine gesamte Hausautomatisierung gemeinsam mit Claude neu programmiert.
10. Mit wem würden Sie gerne zu Abend essen?
Am liebsten würde ich mit einer Gruppe führender Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Feldern einen lebhaften Abend verbringen – darunter Lavinia Heisenberg, Markus Gabriel, Yuval Harari, Dario Amodei und Giovanni di Lorenzo.



















