Eleonore Eisath studierte Industriedesign in Venedig und München und gründete das Start-up beworm. Dieses gewann mehrere Preise, trotzdem gelang der Spin-off von der Uni nicht. Seit 2023 leitet Eisath das MILK Innovation Lab mit Fokus auf das Design nachhaltiger Verpackungslösungen für die Lebensmittelbranche. Außerdem ist die gebürtige Eggenerin Dozentin für Food Design an der unibz.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Ich tanze zurzeit auf mehreren Hochzeiten: Ich lebe in Bozen, besuche immer wieder Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz und unterrichte seit Herbst an der unibz.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
„Es kochen alle nur mit Wasser.“ Besonders am Anfang meines Berufslebens war ich oft eingeschüchtert von Namen und Karrieren. Heute weiß ich: Man sollte sich und alle anderen nicht zu ernst nehmen.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Das Industrie Design Studium und das Masterstudium an der TU München.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Es gibt zwei Arten, die ich besonders mag: die Mutigen, die „grinta“ haben und sich nicht von ihren Ideen abbringen lassen. Und die Leisen, die Aufmerksamkeit scheuen, aber oft noch interessantere Fähigkeiten haben.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ja, ich arbeite hauptsächlich remote.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Designerin und Entwicklerin zu sein ist eher eine Denkweise als ein Job. Es juckt mich schon unter den Nägeln, wieder etwas Eigenes zu gründen.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Ich arbeite oft im Co-Working des Noi Techpark und bin beeindruckt, welche Infrastruktur und Ressourcen wir im Land haben. Die Landesregierung kann weiter daran arbeiten, flexible Strukturen für „Rückkehrer“ zu schaffen.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Ich würde gerne mehr Schwung und positive Visionen sehen, zum Beispiel könnte Südtirol zum Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft werden.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Wie fast jeder Südtiroler liebe ich Sport in den Bergen. Skitouren, Langlaufen und Skifahren im Winter, Radfahren und Bergsteigen im Sommer.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit Neri Oxman, einer Designerin, die lange das Media Lab des MIT geleitet und dort einen Ort geschaffen hat, an dem Designer, Architekten, Biologen und Informatiker zusammenkommen.


















