Der 47-Jährige ist Geschäftsführer des Alpenvereins Südtirol. Er hat ein Forschungsdoktorat in Pädagogik gemacht und war anschließend mehrere Jahre lang Lehrer. Er ist verheiratet, hat zwei Söhne und wohnt mit seiner Familie in Montan.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Mittlerweile habe ich einen guten Einblick ins Geschehen; die Themen sind so vielfältig, dass es keine Spezialisierung dazu gibt. Man muss hineinwachsen.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
„Schließe eine Baustelle, bevor du eine neue öffnest.“ Leider gelingt es mir nicht immer, aber ich arbeite an mir.
3. Aus welchem Fehler haben Sie etwas gelernt?
Mein großer Fehler war, andere nicht ausreden zu lassen, im Glauben, schon von vornherein verstanden zu haben, was sie sagen wollen. Natürlich war dem oft nicht so.
4. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Beruflich zehre ich viel von meiner früheren Arbeit als Lehrperson und Gewerkschafter. Ich versuche, auf mein Gegenüber einzugehen, seine Meinung zu respektieren, meine jedoch auch durchzusetzen.
5. Wie erkennen Sie Talente?
Ich lasse die Personen in Ruhe arbeiten und beobachte sie „aus der Ferne“. Wenn sie sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, geben sie ihr Bestes.
6. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Bei uns sind 20 Prozent Homeoffice möglich.
7. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Wenn es weniger Bürokratie gäbe und wieder die Arbeit mit Jugendlichen im Mittelpunkt stünde, würde ich wieder unterrichten gehen.
8. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Bildung ist mir besonders wichtig. Nur (aus)gebildete Bürger und Bürgerinnen haben gute Chancen im Leben; denkende Köpfe sind lösungsorientiert. Und sie haben mehr Energie für weitere Tätigkeiten, die unsere Gesellschaft bereichern, z. B. für das Ehrenamt!
9. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Südtirols Arbeitswelt braucht eine zukunftsorientierte Familienpolitik, in der alle dieselben Voraussetzungen und Chancen bekommen.
10. Wo finden Sie Ausgleich?
Die Berge in unserem Land sind für mich ein Rückzugsort, wo ich Energie tanken und durch die Stille, die ich gerne aufsuche, den Kopf leeren kann. So können neue Gedanken und Ideen Gestalt annehmen.




















