Die Soziologin und Sozialpädagogin ist Koordinatorin der Fachstelle Familie im Forum Prävention. Zuvor war sie Direktorin in einem Kinder- und Jugendwohnheim. Die 60-Jährige ist verheiratet, hat drei Kinder und zwei Enkelkinder.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Viele Institutionen reagieren zu langsam auf die schnellen Veränderungen in der Gesellschaft. Es verschärfen sich die Belastungen in den Familien und die Zukunftstauglichkeit unserer Gesellschaft steht auf dem Prüfstand.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
Sich für Inhalte und Themen stark machen, nicht für die eigene Karriere. Ich konzentriere meine Energie auf das, was mir wichtig ist.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Ich lasse mich regelmäßig vom Wirtschaftsmagzin „Brand eins“ inspirieren. Viele interessante Beispiele zeigen, wie Innovation und Transformation gelingen kann, ohne dabei zentrale Werte zu vergessen.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Ich verlasse mich auf meine Menschenkenntnis und mein Gespür. Ich schaue, ob das, was Menschen tun und was sie sagen, kongruent ist. Bei Personalanstellungen höre ich auf die Empfehlungen meiner Mitarbeitenden.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ja. Die Regelungen zum Smart Working wurden gemeinsam mit dem Personal entwickelt. Die Häufigkeit der Inanspruchnahme hängt vom Arbeitsbereich und der persönlichen Lebenssituation ab.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Ich würde gerne im Bereich der internationalen Beziehungen tätig sein, beispielsweise auf Regierungsebene oder in der Diplomatie.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Dass sie endlich die nötigen Reformen im Bildungswesen einläutet und das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst nimmt. Das wären konkrete Schritte für mehr Chancengerechtigkeit.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Mehr Kreative und Querdenker:innen. Da die jüngeren Generationen aber nicht nur arbeiten, sondern auch leben und erleben wollen, müssen neue kulturelle Angebote und das aktive Nachtleben mehr Platz bekommen.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Vor allem in den Bergen, aber auch beim Lesen.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit Christine Lagarde (Präsidentin der Europäischen Zentralbank), weil ich mich immer sehr für mir weniger vertraute Themen interessiere.
















