Brigitte Hofer, Jahrgang 1967, ist Gleichstellungsrätin. Sie erlangte einen Universitätsabschluss in Literatur und Fremdsprachen, hat ein Diplom als Konfliktcoach und ist Mediatorin. Sie ist verheiratet und lebt in Bozen.
1. Ihre derzeit größte Herausforderung im Berufsalltag?
Meinen dicht gefüllten Kalender so zu organisieren, dass Zeit für mich selbst und die Menschen, die mir wichtig sind, bleibt.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
„Mach es. Bewirb dich.“ Der Rat einer Freundin hat mir gezeigt, dass man Chancen nicht aus Angst oder Selbstzweifeln verstreichen lassen sollte. Gerade Frauen tun das noch zu oft.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Meine vier Universitätsjahre in Bari gehören zu den prägendsten Zeiten meines Lebens. Ohne diese Erfahrung wäre ich heute nicht die Person, die ich bin.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Talent hat jeder Mensch – die Kunst ist, es zu erkennen. Ich schaue, wo jemand mit Leichtigkeit, Begeisterung und Neugier bei der Sache ist – das sind für mich die verlässlichsten Zeichen.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ja, ein Tag pro Woche ist bei uns möglich.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Diese Frage fällt mir schwer. Ich lebe meinen „Alternativberuf“ bereits: Gleichstellung, Führung, Weiterbildung und Prävention – das ist für mich kein Ausweichjob, sondern Berufung.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Familien sollten frei entscheiden können, wie sie Erwerbs- und Familienarbeit aufteilen. Dafür braucht es flächendeckende, leistbare Ganztagsbetreuung, sonst bleibt Frauen oft nur die Teilzeit, mit weniger Einkommen, weniger Führung und weniger Mitsprache.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Von modernen Führungsmodellen, einer familienfreundlichen Arbeitskultur und mehr Unterstützung für Frauen während und nach der Mutterschaft.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Im Sport, Yoga, Tangotanzen, beim Lesen, beim Wandern mit meinem Hund und mit Freundinnen und Freunden.
10. Mit wem würden Sie gerne einmal zu Abend essen?
Mit Patricia Highsmith, meiner Lieblingsschriftstellerin. Mich fasziniert ihr präziser Blick auf die Fassaden von Menschen – besonders auf Frauenschicksale.



















