Barbara Prieth (46) führt die Oberrauch-Zitt-Gruppe gemeinsam mit Thomas Demetz in einer Doppelspitze und gestaltet die Weiterentwicklung mehrerer Modehäuser und Handelskonzepte mit. Nach ihrem Fashion-Business-Studium am Istituto Marangoni in Mailand arbeitete sie im Einkauf bei Miu Miu und Prada. Die Mutter zweier Kinder lebt in Bozen und am Ritten.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden: Wir müssen bewahren, was unser Unternehmen ausmacht, und zugleich offen bleiben für neue Technologien, veränderte Kundenbedürfnisse und eine Arbeitswelt im Wandel.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
„Bleib bei dir.“ Je älter ich werde, desto mehr schätze ich diesen Rat. Privat wie beruflich gibt es viele Erwartungen. Die besten Entscheidungen entstehen oft, wenn man auf die innere Stimme hört.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Mein Studium schärfte meinen Blick für Mode und Internationalität. Noch prägender waren die Ausbildungen im systemischen Coaching: Sie zeigten mir, wie unterschiedlich Menschen ticken – und wie wichtig es ist, wirklich zuzuhören.
4. Wie erkennen Sie Talente?
An ihrer Neugier und ihrer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Fachwissen lässt sich lernen, Haltung weit weniger.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ja, dort, wo es die Tätigkeit erlaubt. Uns ist wichtig, individuelle Lösungen zu finden, die sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Unternehmen gut funktionieren.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
Wahrscheinlich würde ich Menschen als Coachin oder Moderatorin begleiten. Mich interessieren Lebenswege, Entwicklungen und die Geschichten hinter den Menschen.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Mehr Vertrauen in Unternehmerinnen und Unternehmer und weniger Bürokratie. Oft könnten wir mit derselben Energie viel mehr bewegen, wenn die Rahmenbedingungen einfacher wären.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Von Mut, Vertrauen und echtem Miteinander. Die besten Ideen entstehen dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen dürfen und sich wertgeschätzt fühlen.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
In den Bergen, in der Natur und bei Bewegung. Vor allem aber bei meinen Kindern, mit Freunden und in Gesprächen, die über das Alltägliche hinausgehen.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit Nelson Mandela. Mich beeindruckt, dass er trotz allem Erlebten Menschlichkeit und Versöhnung über Bitterkeit stellte.



















