Die selbstständige Expertin für Markenführung und strategische Kommunikation, Jahrgang 1969, hat 14 Jahre in München gelebt und gearbeitet und ist 2014 nach Südtirol zurückgezogen. Sie ist mit einem Bayern verheiratet, der zwischen Deutschland und Südtirol pendelt, und lebt in Pfalzen.
1. Ihre derzeitige größte Herausforderung im Berufsalltag?
Nach vielen Jahren in Führungspositionen habe ich mich heuer selbstständig gemacht. Meine größte Herausforderung besteht nun darin, mich selbst gut zu führen.
2. Der beste Rat, den Sie bisher bekommen haben?
Stelle deine Glaubenssätze infrage.
3. Welcher Teil Ihrer Ausbildung, welches Seminar oder welches Buch hat bei Ihnen die größten Spuren hinterlassen?
Während meiner Zeit beim US-Unternehmen W.L. Gore & Associates habe ich gelernt, wie eine innovationsorientierte Organisation mit Gitternetzstruktur und selbstorganisierten Teams funktioniert – und das bei 13.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Dollar. Die zugrundeliegenden Führungsprinzipien haben mich nachhaltig geprägt.
4. Wie erkennen Sie Talente?
Durch Zuhören und Beobachten. So versuche ich zu erkennen, wo die individuellen Stärken liegen und wie man sie produktiv einsetzen kann.
5. Gibt es in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit zu Homeoffice und wenn ja, für wie viele Tage pro Woche?
Ich bin ein Fan des hybriden Arbeitens: im Homeoffice, am Kundenstandort und in Dritten Räumen („Third Places“, nach dem Soziologen Ray Oldenburg) für Meetings mit Kooperationspartnern und Networking.
6. Angenommen, Sie hätten plötzlich keine Lust mehr auf Ihren Job: In welchen Beruf würden Sie am liebsten wechseln?
In meiner Exit-Fantasie bin ich Fotografin und fange mit der Linse ungewohnte Blickwinkel ein.
7. Welchen Wunsch haben Sie an die Landespolitik?
Weitere konkrete Schritte für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, besonders für junge Eltern.
8. Wovon braucht Südtirols Arbeitswelt mehr?
Mehr Vertrauen in alternative Organisationsmodelle und die Auflösung von starren Mustern kann neue Möglichkeiten der wirkungsvollen Zusammenarbeit eröffnen.
9. Wo finden Sie Ausgleich?
Ein Perspektivenwechsel tut mir immer gut. Das kann auf dem Berg sein, beim Barfußlaufen im Wald, beim Yoga oder auf einer Reise in fremde Länder.
10. Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?
Mit Oriana Fallaci. Sie war eine Unangepasste. Mich würde ihr Blick auf die heutige Gesellschaft interessieren.
















