Bozen – 12. März 1976: Das ist das Gründungsdatum des Südtiroler Wirtschaftsringes (SWR). Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV), der Handwerkerverband (lvh), der Kaufleuteverband (heute hds) und der Industriellenverband (heute UVS) schlossen sich im Wirtschaftsring zusammen. Zwar blieb ihre Rolle als Interessenvertretungen der einzelnen Wirtschaftssektoren unverändert, doch sollte der Wirtschaftsring eine gemeinsame Plattform sein, die dem Austausch untereinander dient und auch die Schlagkraft für die Vertretung der (gemeinsamen) Wirtschaftsinteressen erhöht. Später kamen die Freiberufler (VSF) und der Bauernbund (SBB) dazu. In den 2010er-Jahren schließlich wurden ethnische Grenzen überwunden: Der SWR als Dachverband der Deutschsprachigen und der USEB als Dachverband der Italienischsprachigen wurde zum swr-ea fusioniert.
Alexander von Egen erinnert sich
Soweit die Geschichte. Der Wirtschaftsring hatte es neben seinen starken Mitgliedsverbänden nicht immer leicht – und hat es immer noch nicht. Die Interessen der einzelnen Wirtschaftssektoren sind bei manchen Themen recht unterschiedlich. Daran erinnerte sich bei der 50-Jahr-Feier Alexander von Egen, der von 1980 bis 1994 Wirtschaftsring-Direktor gewesen war. Trotzdem sei er eine Erfolgsgeschichte, hieß es im Kongresszentrum von Messe Bozen. Der regelmäßige, sektorenübergreifende Austausch ermögliche es, über den Tellerrand des eigenen Sektors hinauszublicken und ein Verständnis für die Anliegen der anderen Sektoren zu entwickeln, betonte Ex-Präsident Leo Tiefenthaler.
Der Neue heißt Lukas Brunner
Mal trat der Wirtschaftsring im Laufe der Jahrzehnte lauter auf, mal überließ er die Bühne stärker den einzelnen Mitgliedsverbänden – abhängig auch vom jeweiligen Präsidenten. Manche Themen begleiteten den Wirtschaftsring hingegen über alle fünf Jahrzehnte hinweg, zum Beispiel die Bürokratie.
Der neue Präsident Lukas Brunner, ein Olanger Hotelier (hier geht’s zum Porträt der SWZ), ließ durchklingen, dass er den Wirtschaftsring „lauter, öfter, kantiger“ auftreten lassen möchte. Das sei ein Wunsch, den er im Zuge vieler Gespräche in den vergangenen Wochen vernommen habe. Brunner hat die Präsidentschaft von Sandro Pellegrini übernommen. Zur Erinnerung: Die Präsidentschaft rotiert alle zwei Jahre unter den Mitgliedsverbänden.
Lukas Brunner betonte auch, dass Südtirols Wirtschaft eine positive Wirtschaftsgesinnung, stabile Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit brauche. Von alledem „haben wir derzeit zu wenig“.
Kurzweiliger Rückblick
Grußworte gab es von Landeshauptmann Arno Kompatscher und den beiden Wirtschaftslandesräten Marco Galateo und Luis Walcher.
Etwas Besonderes hatte man sich für den geschichtlichen Rückblick einfallen lassen: Der Kabarettist, Moderator und Schauspieler Gianluca Iocolano interviewte – musikalisch umrahmt – in humorvoller Art die ehemaligen Präsidenten Christof Oberrauch, Manfred Pinzger, Leo Tiefenthaler, Hannes Mussak und Sandro Pellegrini sowie die ehemaligen Direktoren Alexander von Egen und Alexandra Silvestri.

















