Bozen – Einen Tag nach dem AFI-Barometer des Arbeitsförderungsinstitutes AFI ist eine weitere Konjunkturprognose für Südtirol erschienen, und zwar jene des Wirtschaftsforschungsinstitutes WIFO der Handelskammer. Während das AFI für heuer für ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent ausgeht, schätzt das WIFO in seinem Wirtschaftsbarometer 0,6 Prozent. Die prozentuellen Unterschiede sind unwesentlich, trotzdem klingen die Aussichten beim WIFO etwas weniger optimistisch als beim AFI.
Die Einschätzung des WIFO
„Die schwierige internationale geopolitische Lage, mit dem anhaltenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie den wiederholten Blockaden der Straße von Hormus, hat zu einer leichten Verschlechterung des Geschäftsklimas der Südtiroler Unternehmen gegenüber dem Frühjahr geführt“, schreibt das WIFO.
Die Unternehmen würden insbesondere einen breiten Kostenanstieg und eine allgemeine Verschlechterung der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit beklagen. Die Investitionen würden stagnieren, auch aufgrund der großen Ungewissheit. Die Umsatzentwicklung werde heuer vom Anstieg der Verkaufspreise profitieren, dürfte sich jedoch gegenüber dem Vorjahr verlangsamen. Das Umsatzwachstum wird laut WIFO weiterhin von den größeren Unternehmen getragen, während kleinere Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten mit einem Rückgang der Absatzmengen rechnen.
89 Prozent rechnen mit befriedigender Ertragslage
Trotz dieser Schwierigkeiten gehen 89 Prozent der Unternehmen davon aus, eine befriedigende Ertragslage zu erreichen, hat das WIFO erhoben. Die Erwartungen unterscheiden sich laut WIFO stark zwischen den einzelnen Sektoren: Am größten ist der Optimismus im Tourismus und im Transportwesen. Verhaltener fallen hingegen die Prognosen der landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Einzelhandelsunternehmen aus.
„In diesen Phasen großer Ungewissheit ist die öffentliche Unterstützung von Investitionen in Innovation und Digitalisierung umso wichtiger, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten, ihre Produktivität zu steigern und damit Beschäftigung und Einkommen der Familien zu sichern“, kommentiert Michl Ebner, der Präsident der Handelskammer.


















