Bozen – Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo der Handelskammer hat in der Frühjahrsausgabe seines regelmäßigen Wirtschaftsbarometers die Wachstumsschätzung für das vergangene Jahr leicht nach oben revidiert: Im vergangenen Herbst war das Wifo noch von einem Südtiroler Wirtschaftswachstum für 2025 von 0,9 Prozent ausgegangen, nun sind es 1,1 Prozent.
Recht unsicher ist laut Wifo hingegen die Entwicklung für das laufende Jahr, weil der Iran-Krieg unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise hat. „Unter der Annahme, dass die Kampfhandlungen im Iran bis zum Sommer eingestellt werden, dürfte das Bip-Wachstum zwischen 0,5 und 0,9 Prozent liegen“, schreibt das Wifo. Im Herbst hatte es noch ein Wachstum von 0,9 Prozent prognostiziert.
Zum Vergleich: Für Italien hat der Internationale Währungsfonds im Januar ein Wirtschaftswachstum 2026 von 0,6 Prozent prognostiziert. „Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Konflikt im Nahen Osten jedoch in den kommenden Monaten zu einer Korrektur der Prognosen nach unten führen“, so das Wifo.
Was Michl Ebner sagt
Handelskammer-Präsident Michl Ebner kommentiert: „Die wachsende Zahl globaler Konflikte erhöht die Unsicherheit und macht die wirtschaftliche Lage volatiler. Umso wichtiger ist es, flexibel zu bleiben und rasch auf neue Entwicklungen zu reagieren. Politik und Wirtschaft müssen jetzt gemeinsam alles daransetzen, Stabilität zu sichern, Investitionen zu schützen und eine Rezession zu verhindern.“
Die Wifo-Befragung der Unternehmen hat ergeben, dass die Umsätze weiter steigen werden, allerdings auch aufgrund notwendiger Preiserhöhungen, um den Kostenanstieg zumindest teilweise auszugleichen. Die Rentabilitätsaussichten bleiben positiv, zeigen jedoch einen Rückgang gegenüber 2025. Unter der Unsicherheit leiden könnte die Investitionstätigkeit.

















