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Winterschlussverkauf: Italien legt vor, Südtirol folgt

AUSVERKAUF – In Italien startet der Winterschlussverkauf 2026 am 3. Januar. Südtirol folgt am 8. Januar. Eine Kompromisslösung, um die unterschiedlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Südtiroler Wirtschaftszeitung von Südtiroler Wirtschaftszeitung
2. Januar 2026
in News, Uncategorized
Lesezeit: 4 mins read
Winterschlussverkauf: Italien legt vor, Südtirol folgt

Der Winterschlussverkauf startet in Italien schon am dritten Jänner, bei uns erst am achten.

Bozen – Rabatte, Run auf Winterjacken, volle Warenkörbe: Der Countdown zum Winterschlussverkauf 2026 läuft – in Italien startet er Samstag, den 3. Januar. Südtirol nimmt den nationalen Schwung mit, setzt aber bewusst später an: am Donnerstag, den 8. Januar starten in den meisten Gemeinden die Winter-Vorteilswochen, der gesetzliche Saisonschlussverkauf der Wintersaison 2025/26. Bis 5. Februar 2026 läuft die Aktion in Südtirol – ein Zeitraum, der Frequenz bringt, gleichzeitig aber versuchen soll, die lokale Saison nicht zu vorzeitig auszubremsen.

Der hds bleibt seiner Linie treu: Nähe an erster Stelle. Die Empfehlung an Kundinnen und Kunden ist klar: lokal kaufen, vergleichen, erleben. Und der Verband unterstreicht: „Große Auswahl, kompetente Beratung und attraktive Preisvorteile in den Geschäften vor Ort.“

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Milliardenmarkt – mit Frühstart

Der Winterschlussverkauf ist längst kein regionales Ereignis mehr, sondern ein nationaler Umsatzmotor. Laut Schätzungen von Confesercenti belaufen sich die saisonalen Winter-Schlussverkäufe in Italien auf rund sechs Milliarden Euro. Ein wachsender Anteil der Ausgaben wird allerdings schon vor dem offiziellen Beginn der Rabattaktion getätigt: „Fast zwei Millionen Menschen haben bereits in den Tagen unmittelbar nach Weihnachten im Rahmen von ‚Pre-Sale‘-Aktionen eingekauft.“ Diese Vorwegnahme der Nachfrage zeigt: Die Zugkraft des klassischen Schlussverkaufs ist unter Druck – nicht nur online, auch im stationären Handel.

Vorteil ist das neue Finale

Philipp Moser, hds. Foto: Alfred Tschager

Philipp Moser, Präsident des Wirtschaftsverbandes hds, gibt der Saison ein neues Framing – energiegeladen und bewusst positiv: „Wir wollen weg vom Gefühl eines Endes – und hin zu einer positiven Botschaft: Wintervorteile sind eine Einladung, Qualität und Lieblingsstücke der Saison bewusst und preisattraktiv in unseren Orten zu entdecken.“ Und Markus Rabanser, Präsident der Fachgruppe Mode im hds, ergänzt: „Gerade zum Jahresauftakt lohnt sich der Besuch im stationären Handel: persönliche Beratung, Service und eine starke Auswahl – direkt in unseren Städten und Dörfern“,

„Wir wollen weg vom Gefühl eines Schlusses – und hin zu einer positiven Botschaft: Wintervorteile sind eine Einladung, Qualität und Lieblingsstücke der Saison bewusst und preisattraktiv in unseren Orten zu entdecken .“ Philipp Moser

Klar ist: Viele Händler arbeiten schon vor dem 8. Januar mit internen Preisnachlässen – aber ohne sie als Saldo auszuschreiben. Also ohne große Kampagnen, ohne „Sale“-Sticker in den Fenstern. Denn der gesetzliche Schlussverkauf ist an fixe Regeln und Stichtage gebunden – und nur dann darf er offiziell beworben werden.

Gleichzeitig zeigt genau diese Phase, warum der offizielle Termin emotional und wirtschaftlich so wichtig bleibt: Viele Menschen haben die traditionellen Winter-Vorteilswochen fest eingeplant, und viele Handelsunternehmen nutzen die Aktionswochen, um ihre Lager zu räumen und Platz für das Frühjahrssortiment zu machen. Besonders der Modehandel schafft durch die Angebotswochen Platz für die neuen Kollektionen. Schlussverkauf heißt also auch: Frühling beginnt im Lager – und im Geschäft.

Die Kunst des richtigen Takts

Südtirols späterer Start ist ein Mittelweg. Eine Kompromisslösung, um die unterschiedlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten des lokalen Handels im städtischen und ländlichen Raum so weit wie möglich zu berücksichtigen. Die kleineren Geschäfte hätten gerne später begonnen, um die Saison länger ohne öffentliches Rabatt-Dauerfeuer zu halten. Die großen Marken und Ketten wollten dagegen möglichst nah an Italien starten – um die Werbewelle mitzunehmen, die Frequenz, die Kaufkraft, den Impuls.

„Auch in unserem Gebiet“, bemerkt die Präsidentin der Confesercenti Südtirol, Elena Bonaldi, „drohen die Schlussverkäufe ihre ursprüngliche Funktion zu verlieren. Die Rabatt-Saison hat sich faktisch übermäßig verlängert, und das drückt sowohl die Weihnachtsverkäufe als auch die Margen der Unternehmen, die sich an die Regeln halten. Es ist unbedingt notwendig, den Wert des Schlussverkaufs als Zugpferd zu verteidigen, und das kann nur geschehen, wenn man sich an dem orientiert, was die großen Marken tun.“

„Es ist unbedingt notwendig, den Wert des Schlussverkaufs als Zugpferd zu verteidigen, und das kann nur geschehen, wenn man sich an dem orientiert, was die großen Marken tun.“ Elena Bonaldi

Nach Ansicht von Confesercenti hat sich der Zeitraum zwischen November und Januar in eine lange Abfolge von Promotionen verwandelt – zwischen Black Friday, frühzeitigen Angeboten und Formaten, die für treue Kundinnen und Kunden reserviert sind. Ein konstanter Druck, der vor allem die örtlichen Geschäfte in Schwierigkeiten bringt, die bereits durch ein asymmetrisches Wettbewerbsumfeld benachteiligt sind.

„Für die lokalen Unternehmen“, so Bonaldi weiter, „ist es entscheidend, Transparenz und fairen Wettbewerb wieder ins Zentrum zu stellen. Preise und Rabatte müssen klar und vergleichbar sein, insbesondere im digitalen Bereich, und die Vorschriften zum vorherigen Preis müssen eingehalten werden.“

Tourismusorte im März – zweites Finale

In 15 Tourismusgemeinden Südtirols gilt ein eigener Takt: 7. März bis 4. April 2026. Ein späteres Zeitfenster, abgestimmt auf die zweite Winter-Frequenz in Urlaubsorten und Skigebieten – dort, wo die Saison länger läuft als der nationale Durchschnitt.

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