Bozen – Die Nachfrage für eine Aufnahme in den Start-up-Incubator des Noi Techpark ist weiterhin groß. „Bei den letzten beiden Calls haben sich fast 50 Start-ups beworben. 19 von ihnen – elf im vergangenen Herbst und acht vor wenigen Wochen – konnten wir aufnehmen“, sagt Noi-Präsidentin Helga Thaler Ausserhofer. Erfreulich sei, dass der Noi Techpark dabei auch immer stärker zum Anziehungspunkt für Start-ups von außerhalb wird.
Natürliche Zuckeralternative
Ein Beispiel für diese Internationalisierung ist das Biotech-Start-up Looops, dessen Team ursprünglich aus verschiedenen Städten Italiens und Nordeuropas stammt. Zwei Mitglieder sind nun eigens nach Bozen gezogen, um im Noi Techpark ihr Produkt weiterzuentwickeln. Aus Bruchreis, einem bislang wenig genutzten Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie, entwickelt das Start-up mithilfe von Fermentation Biteloop – ein natürliches Süßungsmittel mit gesundheitsfördernden Mikronährstoffen.
„Der Noi Techpark ist der ideale Ort, um unsere Idee wachsen zu lassen – dank der international anerkannten Forschungskompetenzen im Bereich Fermentation“, erklärt Ylenia Ciquera, Chief Marketing Officer von Looops. „Wir sind begeistert von den Networking-Möglichkeiten, den Events und der Chance, mit Mentoren und relevanten Stakeholdern in Kontakt zu treten.“
Materialverbesserung mit Nanotechnologie
Auch BioTitan Nanotechnology hat sich nach Südtirol orientiert – vom Unternehmenssitz in Mailand aus. Das 2021 gegründete Familienunternehmen entwickelt wasserbasierte Nanobeschichtungen für Glas, Marmor, Keramik oder Metall, die Oberflächen antibakteriell, antiviral, rutschfest, korrosionsbeständig und selbstreinigend machen. Nach dem Gewinn des Klimahouse-Start-up-Contests im vergangenen Jahr bewarb sich BioTitan für die Aufnahme in den hiesigen Start-up Incubator.
„Im Noi haben wir ein proaktives Netzwerk vorgefunden“, sagt Beatrice Iaia, CEO von BioTitan Nanotechnology und Präsidentin der Jungunternehmer:innen von Assoimprenditori. „Hier können wir wichtige Partnerschaften für Italien, die Schweiz und Deutschland aufbauen und den Zertifizierungsprozess unserer Produkte direkt vor Ort in den Laboren starten.“
Die weiteren Neulinge
Arbor Insight kombiniert multispektrale Bildanalyse mit Sensorfusion, um Baumkulturen effizient zu erfassen und landwirtschaftlichen Betrieben umsetzbare Daten für mehr Ertrag und Nachhaltigkeit bereitzustellen.
Kaigos entwickelt eine modulare Roboterplattform, die Klein- und Mittelbetrieben automatisierte Fertigungsprozesse wie Schweißen oder Palettieren ermöglicht – flexibel einsetzbar und KI-basiert.
ESGmax bietet eine SaaS-Plattform zur Erfassung und Berichterstattung von ESG-Daten. Sie sei durch digitale Zwillinge, KI und RAG-Technologie besonders anwendungsfreundlich.
Beyond Security setzt auf KI-basierte Edge-Intelligenz zur Erhöhung der Sicherheit in öffentlichen Räumen, Museen oder Parkanlagen.
Volt IQ baut ein souveränes, sicheres KI-Ökosystem für Unternehmen auf, das unabhängig von Big-Tech-Anbietern funktioniert.
Aeskar schützt und regeneriert aquatische Ökosysteme durch Roboter- und KI-gestützte Technologien.
„Sie finden hier ein Unikum“
Das Netzwerk des Noi Techpark zählt nun 132 etablierte Unternehmen und Start-ups.
„Es freut uns zu sehen, dass Noi nicht nur zahlenmäßig wächst, sondern auch qualitativ“, kommentiert Pia Maria Zottl, Leiterin des Start-up Incubator, „Immer mehr Gründerinnen und Gründer – aus Südtirol, Italien und dem DACH-Raum – kommen bewusst zu uns, weil sie hier ein Unikum finden: den Mix aus einer interdisziplinären Community mit über 2.400 Menschen, Forschungskompetenz, spezialisierten Laboren und der Nähe zu Unternehmen, Stakeholdern und Gleichgesinnten.“
Aktuell läuft noch bis zum 6. Oktober der Bewerbungszeitraum für weitere Aufnahmen.















