Bozen – Die neuen Ausgaben der internationalen Weinführer fühlen sich für die Weinwirtschaft alljährlich an wie eine Zeugnisverteilung. Auch heuer regnet es Top-Bewertungen. Das Konsortium Südtirol Wein hat die neun renommiertesten Führer – Wine Spectator, Robert Parker/Wine Advocate, Wine Enthusiast, Decanter, James Suckling, Vinous, Vinum Weinguide, Falstaff Weinguide Italien sowie Henris – durchforstet und 283 Topnoten für 213 Südtiroler Weine von 58 verschiedenen Produzenten gezählt.
Die Erfolgreichsten
Besonders erfolgreich war heuer die Kellerei Terlan. Ihr 2012 Weißburgunder Rarity Südtirol Terlaner DOC sowie der 2022 Terlaner I Primo Grande Cuvée Südtirol DOC haben je sechs Bestnoten eingefahren, so viele wie keine anderen Südtiroler Weine. Der 2023 Sauvignon Quarz Südtirol Terlaner DOC, ebenfalls von der Kellerei Terlan, kommt immerhin auf fünf Bestnoten in den verschiedenen Führern.
Vier Topnoten gibt es für die 2021 Cuvée Adamantis Weinberg Dolomiten IGT der Kellerei Eisacktal, den 2021 Blauburgunder Riserva Vigna Das Langefeld Südtirol DOC von Pfitscher sowie den 2017 Gewürztraminer Spätlese Epokale Südtirol DOC der Kellerei Tramin.
Breite Spitze
Konsortium-Direktor Eduard Bernhart verweist darauf, wie breit die Südtiroler Weinspitze ist. Topnoten für 213 verschiedene Etiketten, für 58 verschiedene Produzenten und für 17 verschiedene Rebsorten seien erfreulich und ein Indiz für die Vielfalt der heimischen Weinwirtschaft. Diese Vielfalt, so Bernhart, habe einen einfachen Grund: „Will man aus den unterschiedlichen Voraussetzungen, die unsere Weinberge in verschiedenen Höhen und Anbaugebieten mit sich bringen, das Beste herausholen, ist eine Vielfalt an Rebsorten unumgänglich.“
Die Rangliste der prämierten Weine führt auch in diesem Jahr der Blauburgunder an. Er kommt auf 38 Weine mit 48 Bestnoten. Hinter ihm folgen Chardonnay (26 Weine / 33 Bestnoten), Weißburgunder (20/29) und Sauvignon (19/28). Von den 213 ausgezeichneten Weinen sind 100 Weißweine, 98 Rotweine, elf Süßweine und vier Sekte.
Zum zweiten Mal 100 Punkte von Parker
Unbestrittenes Highlight sind laut dem Konsortium diesmal die 100 Punkte, mit denen Robert Parker den – bereits erwähnten – 1991 Weißburgunder Rarity Südtirol Terlaner DOC der Kellerei Terlan bedacht hat. Erst zum zweiten Mal beehrt Parker einen Weißwein aus Italien mit der Höchstnote. Der erste war der 2009 Gewürztraminer Epokale Südtirol DOC der Kellerei Tramin im Jahr 2018.
Henris zeichnet zudem Elena Walch als Weingut des Jahres aus, Michael Graf Goëss-Enzenberg als Weinpersönlichkeit des Jahres, die Kellerei Kurtatsch als Kellerei des Jahres sowie das Weingut Peter Sölva für die Kollektion des Jahres.

















