Bozen – Das Geschäftsklima bei Südtirols Landwirtschaftlichen Genossenschaften – Obst-, Milch- und Kellereigenossenschaften – hat sich verschlechtert. So lautet eine der Erkenntnisse aus dem Wirtschaftsbarometer, das das Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer (Wifo) heute veröffentlicht hat. Am schlechtesten ist laut dem Wirtschaftsbarometer die Stimmung bei den Kellereigenossenschaften. Ein Drittel meldet für das laufende Jahr eine unbefriedigende Ertragslage. Der Rest sagt, die Ertragslage sei „befriedigend“. Dass sie „gut“ sei, findet hingegen niemand.
Im Weinsektor wird die Umsatzentwicklung weiterhin von der schwachen Nachfrage gebremst, sowohl auf dem Südtiroler Markt als auch im Ausland, so das Wifo. Dieses führt den Rückgang des Konsums zum Teil auf den inflationsbedingten Kaufkraftverlust bei Touristinnen und Touristen sowie Haushalten zurück, zum Teil aber auch auf neue Konsumgewohnheiten der jüngeren Generationen. Hinzu kommen die Auswirkungen der US-Zölle und der internationalen geopolitischen Spannungen auf den Export. 
Milch: Die Stimmung ist etwas besser
Von den befragten Milchgenossenschaften sagen hingegen alle, die Ertragslage sei heuer befriedigend. In der ersten Jahreshälfte mussten die Genossenschaften einen deutlichen Rückgang der internationalen Milchpreise verkraften. Die teilweise Erholung der vergangenen zwei Monate und die hohen Sommertemperaturen, die den Konsum frischer Milchprodukte begünstigen, dürften zu einer Belebung der Umsätze auf dem italienischen Markt beitragen, während für den Auslandsabsatz ein Rückgang erwartet wird. Die Ertragslage wird zudem durch den starken Anstieg der Produktionskosten wie Energie und Verpackungsmaterial infolge der Krise im Nahen Osten belastet. Zeitgleich ist es kaum möglich, diese Kosten an den Markt weiterzugeben. Dies wirkt sich negativ auf die Auszahlungspreise aus. Heuer dürfte sich die Investitionstätigkeit vor allem auf Gebäude konzentrieren und gegenüber 2025 zunehmen.
Obst: Hohe Lagerbestände, verhaltene Nachfrage
Im Obstbau verlief die Vermarktung der Ernte 2025 lange Zeit positiv, gestaltete sich in den letzten Monaten jedoch zunehmend herausfordernd. „Hohe Lagerbestände in Europa, eine verhaltene Nachfrage und internationale Unsicherheiten wirkten sich auf den Absatz aus“, so das Wifo. In der letzten Phase der Vermarktungssaison vor der neuen Ernte steht daher die Vermarktung der verbliebenen Mengen im Fokus. Im Juni lagen die Lagerbestände in Trentino-Südtirol nämlich um rund 25 Prozent über dem Niveau der vergangenen zwei Jahre, wobei es deutliche Unterschiede zwischen den Sorten gibt. Für die heurige Apfelernte sind die Voraussetzungen aufgrund der bisherigen Witterungsbedingungen grundsätzlich günstig.


















