Bozen – Die Diskussionen rund um den Bettenstopp im Tourismus reißen nicht ab. Es bleibt abzuwarten, wie die Landesregierung bei den erworbenen Bettenrechten vorgehen wird, die Ende September 2026 verfallen, falls bis dahin keine Baugenehmigung vorliegt. Die SVP will abwanderungsgefährdeten und strukturschwachen Gemeinden ermöglichen, diese Frist zu verlängern. Welche Gemeinden dies konkret betrifft, ist noch offen. Vor allem ist fraglich, ob eine Gemeinde abwanderungsgefährdet und strukturschwach sein muss oder nur eines von beiden.
Derweil hat der Abgeordnete Andreas Leiter Reber (Freie Liste) am Dienstag im Landtag einen anderen Aspekt aufs Tapet gebracht: Im Rahmen der Fragestunde erkundigte er sich über die sogenannten Vorschussbetten. Die Gemeinden haben im Zuge des Bettenstopps ein Kontingent von insgesamt 7.000 Betten erhalten, um die Betriebe ansuchen können. Später müssen diese Vorschüsse mit aufgelassenen Betten verrechnet werden. Darüber hinaus hält das Land selbst ein Kontingent von 1.000 Vorschussbetten, hat aber die Kriterien zur Vergabe an die Betriebe noch nicht definiert.
Leiter Reber wollte wissen, welche Gemeinden ihr Kontingent bereits aufgebraucht haben und wann die Landesregierung die Kriterien für ihr Kontingent erlassen wird.
Tourismuslandesrat Luis Walcher verwies auf die Autonomie der Gemeinden – die Landesregierung wisse nicht über den Stand der Dinge auf Gemeindeebene Bescheid. Andreas Leiter Reber bemängelte dies: „Die Landesregierung sollte sich schon entsprechend erkundigen, um zu wissen, wo wir stehen und wo wir uns hin entwickeln.“ Seines Wissens seien die Gemeindekontingente vielerorts bereits aufgebraucht.
Zu den „Landesbetten“ sagte Walcher, man arbeite derzeit die Kriterien aus. „1.000 Betten sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Deshalb werden wir die Kriterien eng halten müssen“, betonte er.
Der Landesrat erklärte, dass laut geltenden Vorgaben den Betrieben in touristisch gering entwickelten Gemeinden der Vorrang zu geben sei. Außerdem wird wohl das Südtiroler Nachhaltigkeitslabel ein Kriterium sein, kündigte Walcher an: „Auf freiwilliger Basis ist das Nachhaltigkeitslabel bislang ein zahnloser Tiger geblieben. Nicht viele Betriebe haben es beantragt. Wenn wir es als Grundlage für künftige Entwicklungen einfordern, werden sich die Betriebe bei der Verwendung lokaler Produkte bemühen müssen.“

















