Immer informiert bleiben

Den SWZ-Newsletter abonnieren

  • Ausgaben
  • Stellenmarkt
  • Abo
  • Werben
  • Über uns
  • Team
  • Podcast
  • Archiv
  • E-Paper
  • SWZ-Club
Sonntag, 7.Dezember 2025
  • Anmelden
  • Home
  • Aktuelle Ausgabe
  • News
  • Südtirol
  • Menschen & Unternehmen
  • Meinung
  • Steuern & Recht
  • Italien
  • International
  • Unternehmensführung
  • Gesellschaft
  • Technologie
  • Geld
  • Wissen
  • Jung & Hungrig
  • Start-ups
  • Bildung
  • Mobilität
  • Fokus
  • English
  • Reisen
  • Empfehlenswert
Keine Ergebnisse
Zeige alle Ergebnisse
SWZ
%title
  • Home
  • Aktuelle Ausgabe
  • News
  • Südtirol
  • Menschen & Unternehmen
  • Meinung
  • Steuern & Recht
  • Italien
  • International
  • Unternehmensführung
  • Gesellschaft
  • Technologie
  • Geld
  • Wissen
  • Jung & Hungrig
  • Start-ups
  • Bildung
  • Mobilität
  • Fokus
  • English
  • Reisen
  • Empfehlenswert
Keine Ergebnisse
Zeige alle Ergebnisse
SWZ
Keine Ergebnisse
Zeige alle Ergebnisse

Verschont mich mit Neujahrsbabys

Sie sind nicht mehr aufzuhalten: am 1. und 2. Jänner kommen sie raus! Dann glänzen TV und Presse mit Bildern der Neujahrsbabys und ihrer strahlenden Mütter. Die Winzlinge sind herzig. Aber ich habe sie satt.

Robert Weißensteiner von Robert Weißensteiner
21. Dezember 2012
in Gesellschaft
Lesezeit: 3 mins read

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich bin seit drei Jahrzehnten Vater, habe Kinder gern und gehöre zu den Menschen, die Babys süß finden. Meine Freunde sagen von mir, ich sei kinderlieb, was man heute eigentlich nicht mehr laut sagen sollte, um sich keinen Verdächtigungen auszusetzen. Ich wiederhole es trotzdem: Ich mag Kinder (und sogar Säuglinge), kann gut mit ihnen umgehen und schaue in jeden Kinderwagen, den eine stolze Mutter irgendwo in der Stadt oder auf dem Land vor sich herschiebt.

Und doch bin ich publizistisch immer ein wenig verärgert, wenn es gegen Weihnachten und Neujahr geht. Ich weiß nämlich schon jetzt, was am 1. Jänner bei den TV-Nachrichten im Sender Bozen gezeigt wird und am nächsten Tag in den „Dolomiten“ steht. Seit ich selbst ein Kind war, ist dies ein Ritual, das sich jedes Jahr wiederholt, eine Chronistenpflicht, die gar nicht mehr hinterfragt wird. Die Rede geht vom Neujahrsbaby – oder besser gesagt: von den Neujahrsbabys. Wer es schafft, das erste Kind im neuen Jahr zu gebären, der kommt ins Fernsehen und in die Zeitung, und zwar in Wort und Bild, wie es so schön heißt. Jedes Jahr strahlen uns glückliche Mütter in Farbe entgegen, im Arm das Neugeborene, zuweilen eingerahmt vom stolzen Vater, der noch ein wenig mitgenommen wirkt ob des Erlebten, und vom Schwesterchen oder Brüderchen, die ein wenig konsterniert wirken, ratlos angesichts des Bündels Mensch, mit dem man noch nicht spielen kann, das krächzt und schreit und die ganze Aufmerksamkeit der Eltern bekommt.

%title

Wehe, die Wehen setzen zu spät ein – oder zu früh. Dann startet ein neuer Erdenbürger ohne TV und Fotografenblitzlicht ins neue Leben, versinkt gewissermaßen in der Bedeutungslosigkeit (wen interessiert schon ein Kind, das um 12.30 Uhr des 1. Jänners geboren wird!). Dann gilt die Aufmerksamkeit einer oder einem anderen, die/der zwölf Stunden früher zur Stelle war. Vielleicht hat Michail Gorbatschow auch daran gedacht, als er einst davon sprach, dass den, der zu spät kommt, das Leben bestraft.

Wieso ist das Neujahrsbaby so interessant – genauso wie jenes, das am 12.12. um 12.12 Uhr das Licht der Welt erblickt und es ebenfalls in die Zeitung geschafft hat? Glauben vielleicht nur die Journalisten, dass das, was jedes Jahr gebetsmühlenartig berichtet wird, irgendjemanden interessiert? Oder wollen die Zuschauer und Leser in weiblicher und männlicher Form tatsächlich jedes Jahr genau die gleichen angeblich bewegenden Bilder, nur mit anderen Gesichtern? Dabei belassen es die Berichterstatter nicht beim ersten Baby, das im neuen Jahr in Südtirol geboren worden ist, nein, es kommt viel schlimmer: das erste Baby im Schlanderser Krankenhaus, das erste im Krankenhaus von Bruneck, Brixen oder Meran, alle mit Foto und Namen! Und weil das noch nicht reicht, wird das letzte Baby im alten Jahr gleich hinterhergeschoben, wiederum fein säuberlich getrennt nach Bezirken.

Dabei fällt mir ein: Wer eine Hausgeburt hat, ist schlimm dran, denn davon erfahren die Reporter nichts – und dann kommt auch kein Fernsehen und kein Zeitungsredakteur. Wer in der Silvesternacht ein Kind zu Hause zur Welt bringt, sollte dies bekannt geben, sonst passiert es doch tatsächlich, dass das falsche Baby in TV und Zeitung zu Ehren kommt, das, welches um 2.43 Uhr im Krankenhaus, statt das, welches um 0.56 Uhr daheim geboren wurde. Heute leuchtet ja kein eigener Stern mehr über den Häusern, wo eben eine bedeutende Entbindung stattgefunden hat, und Journalisten können nun einmal nicht wissen, was sich so hinter jeder Mauer abspielt (wenn sie das wüssten, wäre in der Zeitung kein Platz mehr für Meldungen über Geburten). Deshalb sollten alle, die in der Neujahrsnacht ein Kind zu Hause gebären, die Redaktionen verständigen, um Falschmeldungen vorzubeugen. Die Nummer der „Dolomiten“ ist 0471-925 111, der Alto Adige antwortet unter 0471-904 111, der RAI-Sender Bozen unter 0471-902 111.

Ich mein es ja nur gut! Mir selbst könnte das alles gestohlen bleiben. Mehr: Ich wünsche mir, ich müsste zu Beginn des nächs­ten Jahres nichts mehr hören, sehen oder lesen (lesen muss ich ja nicht) vom neuesten Neujahrsbaby. Ich frage mich: Ist diese Berichterstattung gute Tradition, hat sie überlebt aus alten Tagen, wo es nichts Berichtenswertes gab? Oder ist sie vielleicht heute schon eine Übung für morgen, für eine Zeit, in der über jede Geburt berichtet wird, weil so selten eine stattfindet?

Übrigens werden wir uns darauf einstellen müssen, dass unsere Neujahrsbabys exotische Namen tragen. Es sind die ausländischen Mitbürger, die dafür sorgen, dass es noch ordentlich Nachwuchs gibt in diesem Land. Früher hieß das erstgeborene Kind in Südtirol vielleicht Klara Gruber oder Franz Niedrist, später Simone Bortolotti oder Deborah Spinell. Heute ist aber die Wahrscheinlichkeit groß, das der erste neue Südtiroler Mustafa Shawari heißt. Das wäre dann endlich etwas Neues und berichtenswert. „Südtirols gesellschaftlicher Wandel im Spiegel der Neujahrsbabys“ – das könnte bald ein Thema für eine Diplomarbeit sein.

Eine befreundete Psychologin hat eine Erklärung für meine Aversion gegen die Neujahrsbabys. „Du bist“, sagt sie, „am 4. Jänner geboren, also zu spät, um in die Zeitung zu kommen. Dieser Komplex drückt sich in deiner Ablehnung gegen die Berichterstattung aus.“ Auch ich kann nicht aus meiner Haut.

Schlagwörter: 49-12freenomedia

Ausgabe 49-12, Seite 7

Robert Weißensteiner

Robert Weißensteiner

Verwandte Artikel

Gesellschaft

SWZ-Blitzlicht: Von Adventkalendern zu XXL-Überraschungspaketen

5. Dezember 2025
Gesellschaft

SWZ-Kunst: Christliche Bildtraditionen in Wien

5. Dezember 2025
Meinung

SWZ-Blitzlicht: Wer essen will, soll arbeiten

28. November 2025
Gesellschaft

SWZ-Reisen: Korfu einmal anders

28. November 2025
Meinung

SWZ-Blitzlicht: Sisyphos im Smartphone

21. November 2025
Gesellschaft

SWZ-Blitzlicht: Mehr als nur ein Hintergrund

14. November 2025
Wasserkraft: Intermezzo bis zur Verlängerung

Wasserkraft: Intermezzo bis zur Verlängerung

5. Dezember 2025
Grüner Preis für Hotel Rogen

Grüner Preis für Hotel Rogen

5. Dezember 2025
Kommentar: Bei Arno Kompatscher schlägt es dreizehn

Kommentar: Bei Arno Kompatscher schlägt es dreizehn

5. Dezember 2025

Medizin im KI-Modus

5. Dezember 2025

Vorweihnachtszeit: Noch schnell die Welt retten

5. Dezember 2025

Camping, Privatquartiere, Bauernhöfe: Die Boom-Unterkünfte

5. Dezember 2025
Jetzt bei Google Play
SWZ Logo Weiss

Wochenblatt für Wirtschaft und Politik.

Follow Us

Innsbrucker Straße 23
39100 Bozen
Italien

info@swz.it
(+39) 0471 973 341

  • Impressum
  • Privacy
  • Cookies

© 2025 SWZ - Südtiroler Wirtschaftszeitung

Keine Ergebnisse
Zeige alle Ergebnisse
  • Login
  • Home
  • Aktuelle Ausgabe
  • News
  • Südtirol
  • Menschen & Unternehmen
  • Meinung
  • Steuern & Recht
  • Italien
  • International
  • Unternehmensführung
  • Gesellschaft
  • Technologie
  • Geld
  • Wissen
  • Jung & Hungrig
  • Start-ups
  • Bildung
  • Mobilität
  • Fokus
  • English
  • Reisen
  • Empfehlenswert
  • Suche
  • Podcast
  • SWZ-Club
  • Archiv
  • Ausgaben
  • Stellenmarkt
  • Abo
  • Werben
  • Über uns
  • Team
  • SWZ App
  • E-Paper

© 2025 SWZ - Südtiroler Wirtschaftszeitung

Willkommen zurück

Hinweis! Bitte geben Sie Ihre Abonummer ohne vorgestellte Null ein (zB 14 statt 0014)

Passwort vergessen?

Passwort erhalten

Bitte E-Mail und Passwort eingeben um Passwort zurückzusetzen

Anmelden

Diese Website verwendet Cookies während Sie durch die Website navigieren, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Für die Funktionalität der Website verwenden wir technische Cookies und für anonyme Statistiken Marketing Cookies. Durch das Klicken auf Akzeptieren, stimmen sie automatisch den Marketing Cookies zu, außer sie haben diese deaktiviert.

mehr anzeigen
Technische Cookies immer aktiviert
Marketing Cookies
  • Google Analytics
  • Facebook Pixel
  • LinkedIn
  • Google Tag Manager
  • Hotjar
alle akzeptieren akzeptieren
Keine Ergebnisse
Zeige alle Ergebnisse
  • Login
  • Home
  • Aktuelle Ausgabe
  • News
  • Südtirol
  • Menschen & Unternehmen
  • Meinung
  • Steuern & Recht
  • Italien
  • International
  • Unternehmensführung
  • Gesellschaft
  • Technologie
  • Geld
  • Wissen
  • Jung & Hungrig
  • Start-ups
  • Bildung
  • Mobilität
  • Fokus
  • English
  • Reisen
  • Empfehlenswert
  • Suche
  • Podcast
  • SWZ-Club
  • Archiv
  • Ausgaben
  • Stellenmarkt
  • Abo
  • Werben
  • Über uns
  • Team
  • SWZ App
  • E-Paper

© 2025 SWZ - Südtiroler Wirtschaftszeitung