
Brixen – Der Unternehmerverband Südtirol (UVS), der früher Industriellenverband hieß, feiert heuer sein 80-jähriges Bestehen. Dazu hat er am gestrigen Mittwochabend die Mitgliedsunternehmen nach Brixen geladen. Im großzügigen Veranstaltungstrakt von Progress erlebten die Gäste – mehrere hundert waren es – eine ungewöhnliche Geburtstagsfeier. Statt auf die Verbandsgeschichte zurückzublicken oder gar Selbstbeweihräucherung zu betreiben, wie bei solchen Anlässen üblich, wurde der Blick vorwiegend in die Zukunft gerichtet. Auch standen nicht offizielle Festreden im Mittelpunkt, sondern der Austausch untereinander. Unterm Strich war es eine kurzweilige Veranstaltung mit viel Zeit für Gespräche.
„Mit dem Blick für das große Ganze“
Natürlich durfte auch der (kurze) Blick zurück nicht fehlen. 80 Jahre sind eine lange Zeit. Der Verband wurde 1945 gleich nach Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet. Seither sei „aus einem Europa in Trümmern ein Wirtschaftsraum mit einer gemeinsamen Währung entstanden“, fasste UVS-Präsident Alexander Rieper zusammen.
Sowohl Rieper als auch der frischgebackene Direktor Mirco Marchiodi betonten, dass sich Südtirol in den vergangenen 80 Jahren von einer der ärmsten zu einer der wohlhabendsten Regionen Europas entwickelt habe. Dazu beigetragen, so meinten sie, hätten der Fleiß der Südtiroler:innen, eine gute Nutzung der autonomen Befugnisse, aber vor allem die Unternehmen: Sie seien es, die „mit Mut, Zuversicht, Entschlossenheit, Weitblick, Innovationsgeist, Exportorientierung“ aus Südtirol das gemacht hätten, was es heute ist.
Alexander Rieper verwies darauf, dass allein in den vergangenen zehn Jahren die Steuereinnahmen im Landeshaushalt um 40 Prozent gewachsen seien. Dann fügte er hinzu: „Das sind wir.“ Der UVS habe in all den Jahrzehnten versucht, die Entwicklung Südtirols „objektiv, konstruktiv und mit dem Blick für das große Ganze“ mitzugestalten. Unter anderem habe er sich für Infrastrukturen wie die Schnellstraße MeBo und den Flughafen stark gemacht, genauso wie für die Gründung der Universität Bozen.
Der Film: Am 17. November auf Rai Südtirol
Erstmals gezeigt wurde der circa 45-minütige Film, den der UVS zu seinem 80-jährigen Bestehen hat produzieren lassen. Er handelt aber nicht vom Verband, sondern von Südtirol – oder besser: von der Zukunft Südtirols. In „Südtirol 2040 – Auf dem Weg in die Zukunft“ geht es darum, was das Land und dessen Wirtschaft brauchen, damit der Wohlstand trotz aller Herausforderungen gehalten werden kann. Nach der Premiere bei Progress wird der Film am kommenden Montag, 17. November um 20.15 Uhr im Fernsehen von Rai Südtirol im Rahmen von „Nachgeschaut“ gezeigt.

Ein Anerkennungsdiplom gab es bei der 80-Jahr-Feier für den soeben in den Ruhestand getretenen langjährigen Direktor Josef Negri. UVS-Ehrenpräsident Christof Oberrauch meinte, „er sei gerührt“, Josef Negri dafür danken zu dürfen, was er in seinem Berufsleben für den Verband und für die industriell organisierten Unternehmen in Südtirol geleistet habe. Er solle den Stolz auf seine Berufskarriere mit in den Ruhestand nehmen, meinte Oberrauch. Dafür gab es lang anhaltenden Applaus.
















