Bozen – Für die Leserinnen und Leser einer Zeitung ist – wie für alle Kunden – das Produkt entscheidend. Deshalb sind Redaktion, Grafik und Verkauf bemüht, Woche für Woche eine Zeitung zu machen, die vor allem nützlich ist, aber auch angenehm zu lesen. Eine Zeitung ist aber ein delikates Produkt, sodass es zwecks Einschätzung und Orientierung wichtig ist zu wissen, wem sie gehört. Mit der Angabe „Neuer Südtiroler Wirtschaftsverlag GmbH“ im Impressum der Südtiroler Wirtschaftszeitung ist es da nicht getan. Deshalb geben wir von Zeit zu Zeit Informationen über die SWZ und ihre Eigner.
Vielleicht weil dies länger nicht mehr der Fall war, wird zuweilen angenommen, die Zeitung gehöre – wie der „Il Sole – 24 Ore“ – dem Industriellenverband, der in Südtirol jetzt Unternehmerverband heißt; auch mit der Handelskammer werden wir hie und da in Verbindung gebracht, und vereinzelt wird vermutet, auch die SWZ sei „Athesia“, weil ja so vieles in der Südtiroler Medienwelt der Athesia gehört. Keine dieser Annahmen ist auch nur annähernd wahr. Wer sind wir, wem gehören wir und für was stehen wir?
Die „Südtiroler Wirtschaftszeitung“ gibt es seit 1919; damals ist sie unter dem Namen „Industrie- und Handels-Zeitung“ erschienen und verstand sich als „Wochenschrift für Industrie, Handel und Gewerbe, Vereinsorgan des Gewerbegenossenschaftsverbandes und anderer kaufmännischer und gewerblicher Organisationen des Landes“. Die Abspaltung Südtirols von Tirol hatte die gewerblichen Unternehmen nämlich abgeschnitten von den nördlich des Brenners erscheinenden Fachblättern, sodass eine Zeitung ins Leben gerufen wurde, die speziell Südtiroler Themen aufgriff, zumal das Land jetzt ja zu Italien gehörte und hier italienische Gesetze und Rahmenbedingungen galten.
Wie andere deutschsprachige Publikationen wurde die Zeitung dann in der faschistischen Ära verfolgt, und 1935 musste deren Erscheinen auf Geheiß der Behörden eingestellt werden. Am 5. Dezember 1945 erschien sie wieder, jetzt unter dem Namen „Südtiroler Wirtschaftszeitung – Wochenschrift für Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und Genossenschaftswesen“. Als Herausgeber zeichnet seit rund 40 Jahren die „Neuer Südtiroler Wirtschaftsverlag GmbH“. Diese Gesellschaft hat knapp über 100 Anteilseigner, zum Teil Firmen aller Sparten (der Großteil sind Industrie- und Handelsunternehmen), zum Teil Privatpersonen. Räumlich sind die Gesellschafter auf ganz Südtirol verteilt – von Innichen bis in den Vinschgau, vom Eisacktal bis ins Unterland Das Gesellschaftskapital war von Beginn an breit gestreut, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Gesellschafter mit dem größten Anteil hält eben einmal zirka fünf Prozent, die meisten haben einen halben, einen oder 1,5 Prozent. Das heißt: Die SWZ ist nicht nur vollkommen unabhängig von jedwedem Verband, sondern es gibt auch keine Gesellschafter und keine Branche, die aufgrund ihrer Beteiligung einen bestimmenden Einfluss hätten. Die Gesellschafterliste ist kein Geheimnis (sie kann bei der Handelskammer eingesehen werden), aber wir verzichten auf eine Abdruck, weil es langweilen würde, über 100 Namen von Anteilseignern vorgesetzt zu bekommen.
Die Gesellschafter wählen alle drei Jahre einen Verwaltungsrat, der aus seiner Mitte den Präsidenten bestimmt. Das derzeitige Führungsgremium setzt sich zusammen aus Franz Staffler (Präsident), Magdalena Amonn, Herbert Fritz, Werner Gramm, Gottfried Tappeiner, Nikolaus Tribus und Stefan Rubner.
Die SWZ ist nicht nur unabhängig, sondern finanziert sich auch selbst durch Erlöse aus dem Abo- und Inseratenverkauf. Sie kriegt keine laufenden Beiträge, weder von einem Verband noch vom Staat oder vom Land, sondern lebt von der eigenen Tätigkeit, dem Zuspruch der Leser und Inserenten und deren Solidarität.
Die Redaktion orientiert sich nach den Wünschen des Herausgebers an drei Hauptwerten, nämlich an Demokratie, Marktwirtschaft und Pluralismus – und natürlich an den Informationsbedürfnissen der Zielgruppe.
Die SWZ ist eine Fachzeitschrift, die nicht alle Südtiroler kennen. Darauf sind wir nicht stolz (wir würden uns einen größeren Bekanntheitsgrad wünschen), aber das ist ein Merkmal von ihr. Es handelt sich nämlich um eine Zeitung für Wirtschaftstreibende aller Sparten, die in der Regel etwas größere Firmen leiten, Führungskräfte in Wirtschaft und Verwaltung, Freiberufler (und auch Freigeister). Die Leserinnen und Leser zeichnen sich durch ein starkes berufliches Engagement, eine überdurchschnittliche Bildung und durch ein hohes Maß an Initiative aus. Mit einem Wort: Es handelt sich um wache Zeitgenossen und interessante, in der Regel vielseitig interessierte und/oder oft erfolgreiche Menschen, die es gewohnt sind, mit dem eigenen Kopf zu denken. An die 10.000 Menschen lesen die SWZ regelmäßig. Das ist nicht viel. Aber wir sind stolz darauf, dass diese Leserschaft eine hohe Dichte an Leistungsträgern und Meinungsführern aufweist, an Menschen mit Eigeninitiative, die – in den unterschiedlichen Sparten und an unterschiedlichen Stellen – etwas bewegen, etwas unternehmen. Ihnen fühlen wir uns verpflichtet.


















