Bozen – Seit Ulli Mair vor zwei Jahren das Amt der Wohnbaulandesrätin antrat, tut sich einiges in diesem Bereich. Unter anderem wurden im Rahmen der Wohnreform mehrere Maßnahmen für leistbareres Wohnen auf den Weg gebracht. Jetzt wurde bekanntgegeben, dass die Wohnbauaufsicht des Landes ihre Kontrollen im Vorjahr fast verdoppelt hat – und dass die Kontroll-Offensive Früchte trägt.
Die Agentur für Wohnbauaufsicht (Awa) ist für Kontrollen zuständig, ob konventionierte – also für Ansässige reservierte – und geförderte Wohnungen rechtmäßig genutzt werden, sofern die Gemeinden eine entsprechende Vereinbarung mit ihr abschließen. In der Vergangenheit waren die Kontrollen sowohl vonseiten der Gemeinden als auch vonseiten der Awa mangelhaft.
119 Verstöße bei 837 Kontrollen
Dass mit konventionierten und geförderten Wohnungen häufig Schindluder betrieben wird, zeigen nun die Zahlen des vergangenen Jahres. Nachdem in der Awa das Personal um bisher vier Angestellte aufgestockt wurden – es sollen noch weitere hinzukommen –, konnten 837 Kontrollen durchgeführt werden. Dabei wurden 119 Verstöße festgestellt. Im Jahr 2024 waren es nur 482 Kontrollen mit 47 aufgedeckten Verstößen.
„Mit mehr Personal und gezielten Kontrollen sorgen wir für Fairness und die Einhaltung der Regeln. Das schützt jene, die auf leistbaren Wohnraum angewiesen sind“, sagt Ulli Mair, die vorab eine Intensivierung der Kontrollen angekündigt hatte. Zudem wurden die Strafen bei Verstößen gegen die Auflagen erhöht, insbesondere was die touristische Nutzung konventionierter Wohnungen angeht.
Laut Awa-Direktorin Elisa Guerra hat neben der Personalaufstockung auch eine neue Strategie zur verbesserten Kontrolltätigkeit beigetragen. So gebe es „gezielte Kontrollen von Immobilien, die ein erhöhtes Missbrauchsrisiko aufweisen“.
Welche Verstöße festgestellt wurden
Die von der Awa festgestellten Verstöße betreffen in erster Linie die Bindung (Wohnen für Ansässige), denen konventionierte Wohnungen unterliegen, aber auch die Sozialbindung, die bei erhaltener Wohnbauförderung gilt. Die verhängten Sanktionen belaufen sich auf insgesamt rund 640.000 Euro.
Besonders gravierend seien 22 Verstöße, bei denen konventionierte oder geförderte Wohnungen touristisch genutzt oder von Personen ohne gesetzliche Voraussetzungen bewohnt wurden. Allein diese Fälle führten zu Strafen von insgesamt über 240.000 Euro.
Heuer noch mehr und effizientere Kontrollen
„Für 2026 ist eine weitere Erhöhung der Kontrolltätigkeit geplant. Zum einen wird der Ausbau des Stellenplans voll zum Tragen kommen, zum anderen soll durch die Zusammenarbeit mit externen Subjekten die Kontrolltätigkeit zusätzlich gestärkt werden“, kündigt Ulli Mair an.
Ein weiterer wichtiger Schritt sei das im Juli 2025 geschlossene Abkommen mit der Finanzpolizei, das unter anderem den Zugang zu Datenbanken sowie Lokalaugenscheine vor Ort ermöglicht habe. Zudem sei durch das Abkommen die Kontrolle der nicht erlaubten Vermietung konventionierter Wohnungen zu touristischen oder gewerblichen Zwecken erleichtert worden.



















