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Über Raider, Twix und das F-Wort

Manche Produkte, die früher beliebt waren, gibt es nicht mehr. Aber es gibt ähnliche, die einen anderen Namen tragen, weil sie sich so besser vermarkten lassen. Dasselbe gilt für Ideologien. Sie sind eigentlich gescheitert, leben aber neu verpackt auf.

Südtiroler Wirtschaftszeitung von Südtiroler Wirtschaftszeitung
19. April 2013
in Gesellschaft
Lesezeit: 5 mins read

Bis zum Jahr 1991 gab es einen Schokoriegel, der aus einem Keks mit einer Karamellschicht und einer Schokoladenhülle bestand. In jeder Packung fanden sich zwei solcher Riegel. Verkauft wurde das Ganze unter dem Namen Raider. Jetzt, 2013, ist das alles Vergangenheit. Raider existiert nicht mehr. Es gibt zwar noch Nostalgiker, die von Raider sprechen und Raider hinterhertrauern, aber diese Post-Raideristen sind in der Minderheit. Der Rest ist mit der Zeit gegangen. Wer jedoch in den Naschregalen der Lebensmittelketten stöbert, entdeckt auch in unserer Zeit jede Menge Kekse mit Karamellschicht und Schokoladenhülle, die im Zweierpack verkauft werden. Nur heißen sie eben nicht „Raider“, sondern „Twix“. Oder „Speed“. Oder „Trigger“. Oder „Boxer“. Es gibt also auch gar keinen Grund, Raider nachzutrauern. Raider war nie weg. Raider heißt jetzt einfach nur anders. Aber die Grundzutaten sind dieselben geblieben.

Natürlich ist das alles nur eine Metapher. Es gibt nämlich eine ganze Menge vergleichbarer Fälle; da wurde zwar umetikettiert, aber im Prinzip werden weiterhin dieselben Inhalte verkauft, nur eben unter einem anderen Namen. Was ist der Grund für den Etikettenschwindel? Im Fall von „Raider“ war es ganz einfach die Internationalisierung eines Namens. „Twix“ heißt nun eben überall auf der Welt gleich. In vielen anderen Fällen ist der Grund aber etwas heikler. Mit der Umbenennung wird ein belasteter Begriff vermieden. In unserer scheinbar tabulosen Zeit gibt es nämlich viele Wörter, die „man“ einfach nicht sagen und zu deren Inhalten man sich keinesfalls bekennen darf. So kommt es zu interessanten Phänomenen, die nicht einer gewissen Ironie entbehren.

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Ein erfundenes Beispiel, das Sie – leider ernst gemeint – in jedem beliebigen Internetforum unter einem Bericht über Ausländer finden können. Da postet Userin „Fräulein Aha“ etwa den folgenden Kommentar: „Also, ich bin ja überhaupt nicht gegen Ausländer. Aber ich finde schon, dass es eine Schweinerei ist, wie die uns abzocken. Die gehören doch alle ausgewiesen. Die machen sich auf unsere Kosten ein schönes Leben und setzen ohne Unterbrechung Kinder in die Welt. Wie gesagt, ich habe überhaupt nichts gegen Ausländer. Aber das wird mir schon langsam zu viel.“

Typisch an diesem Kommentar: ein ausländerfeindlicher Inhalt wird explizit als „nicht ausländerfeindlich“ bezeichnet. Denn „ausländerfeindlich“ darf man nicht sein, das haben wir in der Schule gelernt. Darum sind wir das ja auch alle nicht. Wir sind höchstens besorgte Staatsbürger. Und man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass …

Spinnen wir das Gedankenspiel weiter. Eine andere Userin, sagen wir „Pinca Pallina“, wirft „Fräulein Aha“ vor, ausländerfeindliche Sprüche von sich zu geben. Sofort springt User „Nemo“ ein und belehrt „Pinca Pallina“, dass „Fräulein Aha“ doch ausdrücklich gesagt hat, dass sie nichts gegen Ausländer hat und dass es eine Frechheit ist, dass man für seine ganz normale Meinung sofort ins rechte Eck gestellt wird und dass man ja gar nichts mehr sagen darf und so weiter. Und der Rest der Kommentare dreht sich jetzt nur noch um die Frage, warum manche Leute einfach nicht akzeptieren wollen, dass man kritisch sein kann, auch ohne ein Ausländerfeind zu sein.

Gehen wir mal davon aus, dass das stimmt. Sagen wir, es ist tatsächlich nicht ausländerfeindlich, wenn man der Meinung ist, dass Ausländer ausgewiesen gehören und dass sie nur herumschmarotzen und dass wir ohne sie viel besser dran wären. Wenn es aber nicht ausländerfeindlich ist, was ist es dann?

Wir haben hier einen Keks mit einer Karamellschicht und einer Schokoladenhülle. Aber es ist nicht Raider. Ist es also „Twix“? Das Problem beim Keks „Ausländerfeindlichkeit“ ist, dass er keinen neuen Namen hat. Er ist anonym im Umlauf, schlimmer noch: Er verpackt sich in ganz anderen Hüllen. Während drinnen der ewig gleiche Keks mit der ewig gleichen Karamellschicht und der Schokoladenhülle steckt, steht außen „Müsliriegel“. Oder „Rinderlasagne“ …

Aber lassen wir die Ausländerfeindlichkeit beiseite. Ich habe den Eindruck, es wird nicht mehr lange dauern, bis es absolut gesellschaftsfähig sein wird, sich wieder offen zu diesem Begriff zu bekennen. („Ja, natürlich bin ich ein Ausländerfeind. Endlich darf man das auch wieder sagen. Hat ja lange genug gedauert. Und, wie weit sind wir damit gekommen?“)

Nehmen wir das F-Wort. Und damit meine ich: Faschismus. Der Begriff erschreckt uns (auch längst nicht mehr alle). Mit Faschisten wollen wir nichts zu tun haben. Faschisten sind böse. Aber was genau sind eigentlich Faschisten? Wir haben zu lange nichts mehr mit ausgewiesenen Faschisten zu tun gehabt, um sie noch eindeutig identifizieren zu können. Klar ist nur: Jeder ist gegen den Faschismus. Auch Rechtsradikale distanzieren sich dezidiert davon. Geht das überhaupt? Sind Faschismus und Rechtsradikalismus nicht zu eng miteinander verwandt, als dass sie sich so klar voneinander abgrenzen könnten?

Ach, wer weiß das schon so genau. Wenn jemand lange genug vehement genug darauf hinweist, dass er ganz sicher nichts mit Faschismus am Hut hat, dann wird das doch auch stimmen. Immerhin trägt er keine Faschistenuniform und grüßt die Leute ganz normal. Und wenn er ein Faschist wäre, dann müsste man das doch auch an solchen Dingen erkennen, oder etwa nicht? Das ist aber falsch gedacht. Wer heute noch von fäkalienfarbenen Uniformen und römischen oder deutschen Grüßen schwärmt, ist ein Neonazi, ein Ewiggestriger. Für solche Leute gibt es sehr wohl ein Wort und sie selbst bekennen sich auch dazu. Was ist aber mit all jenen, die keineswegs von Weltimperien und Onkel Adolf träumen, sondern nur von Blutrache, Feinden des Vaterlands und dem bevorstehenden Volkstod (lassen Sie sich das einfach mal auf der Zunge zergehen und denken Sie währenddessen mal drüber nach, was das Wort „Volk“ eigentlich bedeutet) schwadronieren? Das Ganze gewürzt mit einer ordentlichen Portion Ausländerfein … besorgten Bürgertums? Da fehlen uns dann wieder die Worte. „Naja, er hat schon gewisse patriotische Vorstellungen. Aber was ist falsch daran? Der traut sich halt auch einmal die Wahrheit zu sagen. Ist auch gut so in dieser Welt der Duckmäuser und Mitläufer.“ Nein, es gibt keine Faschisten mehr, zumindest keine deutschsprachigen (der Fußballtrainer Paolo di Canio etwa bekennt sich offen zum Faschismus, aber – notabene – Rassist will er deswegen keiner sein). Es gibt nur noch aufrechte Bürger, die sich für gerechte Sachen einsetzen. Wie zuletzt auf Facebook: Da teilt eine „Freundin“ ein Gedicht, das in seiner schlichten Poesie doch aufhorchen lässt. „Als perverses Schwein bist du geboren / in diesem Leben hast du nichts verloren!!! / Darum fordern wir für alle Länder / Todesstrafe für Kinderschänder!!! / Für eure Taten sollt ihr büßen!!! / Ihr sollt euer Leben nie mehr genießen / die Erfahrungen zeigen, dass Therapien nichts nützen!!! / Nur euer Tod kann Kinder schützen!!!“

Wie nennt man jemanden, der die kollektive Ermordung einer bestimmten Gruppe von Menschen fordert, und zwar mit der Begründung, dass diese Menschen schon als „perverse Schweine“ geboren seien und daher ihr Tod die einzige Lösung des Problems ist?

Nicht doch! Die Frau, die das geteilt hat, ist sicher nur eine besorgte Mutter, die sich für das Wohl ihrer Kinder einsetzt. Das muss doch noch erlaubt sein.

Aber gewiss. Wie sagte schon Philipp Rösler: Dummheit kann man nicht verbieten. Und überhaupt: Auf der Packung steht ja groß und deutlich „Bio-Obstriegel garantiert OHNE Zucker“. Den Keksgeschmack mit Karamell und Schokolade, den bilden wir uns sicher nur ein.

Wir sollten uns aber nicht wundern, wenn wir von all den leckeren Obstriegeln und gesunden Pausensnacks irgendwann eine gehörige Magenverstimmung bekommen (und Dr. Demokratius bei der Therapie versagt). Spätestens dann sollte klar sein, dass eben doch das wichtiger ist, was drin ist, als das, was draufsteht.

Schlagwörter: 16-13freenomedia

Ausgabe 16-13, Seite 7

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