Brixen – Der US-Markt stellt europäische Unternehmen aufgrund von Trumps protektionistischer Politik derzeit vor Probleme: hohe Zölle, restriktive Einreise- und Lieferbestimmungen, komplexe Logistik. Von einer trotzdem guten Auftragslage in den USA kann der Brixner Fassadenbauer Frener & Reifer sprechen. Er realisiert dort aktuell gleich neun Projekte.
Wie das Unternehmen erklärt, bleibe europäisches Engineering gefragt, wenn architektonische und technische Anforderungen besonders hoch sind: „Was in Europa entwickelt und gefertigt wird, muss den Preisnachteil gegenüber lokalen Lösungen erst einmal rechtfertigen. Und dennoch entscheiden sich amerikanische Bauherren und Architekten bewusst für europäisches Know-how.“
Die aktuellen US-Projekte
Frener & Reifer baut derzeit etwa eine Aussichtsplattform auf 3.403 Metern Höhe auf dem Gipfel des Lone Peak im Big Sky Resort in Montana. Die auskragende Glasbox komme ohne klassische Stahltragstruktur aus. „Bis zu 1,2 Tonnen schwere Glasscheiben werden ausschließlich von Stahlklammern gehalten“, so das Unternehmen. Die Konstruktion vermittle den Besuchenden den Eindruck, frei über dem Bergabgrund zu schweben.
Zudem sei die Logistik sehr komplex: Transport der Bauteile über den Atlantik und das Festland bis nach Montana und mittels Helikopter auf den Berggipfel.
In Boston ist Frener & Reifer an einem anspruchsvollen Projekt für eine renommierte Universität beteiligt: Mit Unterstützung des Südtiroler Holzbauunternehmens LignoAlp entsteht dort eine rund 30 mal 20 Meter große Dachkonstruktion. Entwickelt und gefertigt wird sie in Europa, die Montage erfolgt gemeinsam mit einem amerikanischen Partner vor Ort.

Gerhard Ploner aus der Geschäftsleitung von Frener & Reifer erklärt: „Wir arbeiten mit ausgewählten amerikanischen Montageunternehmen und montieren unsere Projekte gemeinsam vor Ort. Für die technische Koordination und Bauleitung entsenden wir Mitarbeiter aus Brixen – entweder für die gesamte Montagephase oder für kritische Projektphasen.“
Weitere aktuelle US-Projekte des Unternehmens: eine Storefront-Fassade für das Bottega-Veneta-Geschäft in Chicago sowie im Bundesstaat New York eine geschwungene Glasfassade für ein Museum und eine vollständig von Glas getragene Betontreppe für die Luxus-Boutique der Modemarke Issey Miyake.



















