Bozen/Rom – Bei einem Treffen in Rom diskutierten Landeshauptmann Arno Kompatscher und Verkehrsminister Matteo Salvini kürzlich über den Verkehr entlang der Brennerachse. Besprochen wurde unter anderem ein digitales Slot-System zur Verkehrslenkung für Lkw: Kompatscher plädierte für ein grenzüberschreitendes, digitales System, das den Lkw-Transit durch Zeitfenster regulieren soll. Salvini zeigte sich gesprächsbereit, wies aber auf technische und rechtliche Umsetzungsfragen hin.
Ein weiterer Aspekt war der verstärkte Einsatz von Elektro-Lkws: Diskutiert wurden Mautvorteile für emissionsfreie Fahrzeuge sowie ein flexibleres Mautmodell, das Verkehrsströme entzerren soll.
Die Kritik der Transportunternehmen

Alexander Öhler, Obmann der Warentransporteure im Wirtschaftsverband lvh, äußert sich kritisch zu diesen Plänen: „Es ist wichtig, dass sich in Sachen Verkehr auf der Brennerachse endlich etwas bewegt und der Umweltschutz Priorität bekommt. Aber wir müssen realistisch bleiben: Ein Elektro-Lkw kostet aktuell rund das Dreifache eines Diesel-Lkws. Das kann sich ein Kleinbetrieb, wie wir sie in Südtirol zu über 90 Prozent haben, schlicht und einfach nicht leisten. Außerdem fehlt es an der nötigen Infrastruktur. Mit einer Reichweite von 400 bis 500 Kilometern und kaum verfügbaren Ladestationen sind Elektro-Lkws derzeit schlichtweg nicht praxistauglich.“
Auch das Slot-System sieht der Verband mit Vorbehalten. Die Frächter:innen im lvh zeigen sich nur dann gesprächsbereit, wenn das System auch für Pkw gilt und Nachtfahrten für Lkw zukünftig erlaubt werden. Ein reines Einschränken ohne praktikable Alternativen werde abgelehnt.
„Die Vision ist klar: weniger Emissionen, intelligenter Verkehr. Doch die Umsetzung erfordert weit mehr als gute Absichten: Sie braucht Zeit, Planung, Kompromissbereitschaft – und vor allem Realismus“, betont Öhler.















