Bruneck – 44 Auflagen hat die Pusterer Traditionsmesse Tipworld mittlerweile auf dem Buckel. Erfunden wurde sie vom Brunecker Kaufmann Hans Huber, der 1979 im Kolpinghaus die erste „Tiphotel“ austrug – mit 13 Ausstellern. 1982 erfolgte der Umzug in die Tennishalle. 1991 übernahm Josef Raffin das Ruder und erfand das flexible Zeltstadtkonzept. In der Folge wurde alljährlich eine Zeltstadt errichtet, zuerst auf dem Brunecker Sportplatz, dann auf dem Stegener Marktplatz. 1998 fusionierte die „Tiphotel“ mit der Messe „Traumhaus“ zur Tiphotel-Tiphaus. Die Doppelmesse wurde zu einem Pusterer Großereignis mit bis zu 40.000 Besucherinnen und Besuchern.
Dann aber begann die Messe zu kriseln. 2008 wurde die Tiphotel-Tiphaus pünktlich zur 30. Auflage in „Tipworld“ umbenannt. Die Organisation lag erstmals in den Händen des Biathlon-Komitees Antholz; die Raiffeisenkasse Bruneck übernahm über eine Tochtergesellschaft 69 Prozent der Anteile. 2009 übernahm Messe Bozen mit 68 Prozent die Mehrheit an der Tipworld GmbH, nachdem die Raiffeisenkasse Bruneck ihr Engagement von vornherein als vorübergehend betrachtet hatte.
Nachtrag: Tipworld wird eingestellt
Im Oktober 2025 gab die Messe Bozen bekannt, dass die Tipworld eingestellt wird. „Manchmal braucht es Mut, ein über Jahrzehnte gewachsenes Format einzustellen, wenn es nicht mehr zukunftsfähig ist. Dies schafft Raum für neue Ideen, um den pulsierenden Wirtschaftsstandort Pustertal neu zu präsentieren“, so Greti Ladurner, Präsidentin von Messe Bozen. „Hybride Messeformate, die sowohl Fachpublikum als auch Familien gleichermaßen ansprechen sollen, haben es grundsätzlich schwer, langfristig erfolgreich zu bleiben. Die letzten Jahre haben das deutlich gezeigt“, erklärt Thomas Mur, Direktor von Messe Bozen.


















