Bozen – Die zeitlichen und räumlichen Dimensionen, in denen Evelyn Kustatscher bei ihrer Arbeit denkt, sind für die allermeisten unvorstellbar. Sie blickt Jahrmillionen zurück, erforscht längst ausgestorbene Arten, rekonstruiert Welten, die an Jurassic Park erinnern. Ihre Begeisterung für Fossilien hat die Paläobotanikerin während des Studiums der Naturwissenschaften in Ferrara entdeckt. „Mich fasziniert, was wir von früher lernen können – und die besten Geschichten erzählen eben Steine“, sagt die 50-jährige Brixnerin, die in der neuen Folge des SWZ-Podcasts zu Gast ist.
Steine, die wurden ihr auf ihrem Karriereweg immer wieder in den Weg gelegt. Weitergekommen ist sie trotzdem. 20 Jahre hat Evelyn Kustatscher am Naturmuseum in Bozen gewirkt und die Paläontologie aufgebaut. Seit 2025 leitet sie die Naturwissenschaftliche Sammlung der Tiroler Landesmuseen in Innsbruck. Im selben Jahr wurde sie zum korrespondierenden Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gewählt. Kustatscher lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, sitzt im Verwaltungsrat der Eurac und hat 2014 den mit 30.000 Euro dotierten Südtiroler Forschungspreis erhalten.
Der Austausch und die Kommunikation mit der Gesellschaft, aber auch der Kunst ist ihr ein großes Anliegen. Denn Wissenschaft, sagt Kustatscher, habe in den vergangenen Jahren Vertrauen verloren, weil sie in einer unverständlichen Sprache spreche.
Ihre Tochter hat Evelyn Kustatscher bekommen, als sie 44 Jahre alt war. Im Podcast spricht sie über Konkurrenz – und über die Gründe, warum Frauen in der Forschung es nicht immer leicht haben. „Aber Gott sei Dank hat sich mit der Zeit etwas verändert.“
Jetzt reinhören in „Die SWZ trifft“
Das Gespräch mit Evelyn Kustatscher ist über den Player unten abrufbar, ebenso über Spotify und Apple Podcasts. Alle bisher erschienenen Episoden gibt es auf swz.it/podcast. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Mittwoch.


















