Kaltern – Eine der ersten Fragen, die Sophie Goëss-Enzenberg stets gestellt bekommt, ist: „Möchten Sie als Gräfin angesprochen werden?“ Darauf antwortet sie immer auf dieselbe Weise, so auch im Gespräch mit der SWZ: „Bei uns am Weingut ist das so Tradition, außerhalb muss das aber nicht sein.“
Sophie von Haerdtl wurde in Wien geboren, wuchs dort auf und arbeitete als Säuglingsschwester, als Stadtführerin und Personalberaterin. Mit 26 Jahren kam sie nach einem Schicksalsschlag nach Kaltern, zu ihrem Bekannten, Michael Graf Goëss-Enzenberg, an dessen Weingut Manincor. Und sie ist schließlich geblieben, auch wenn das ursprünglich nicht so geplant war.
Wein und Kuhhörner
In der neuen Folge des Podcasts „Die SWZ trifft“ erzählt Sophie Goëss-Enzenberg denn auch, wie sie die ersten Jahre in diesem Land erlebte. „Südtirol hat eine geschlossene Gesellschaft. Man muss wirklich etwas tun, um aufgenommen zu werden“, sagt sie. Von ihrer Heimatstadt Wien fehle ihr eigentlich nichts. Sie besuche die Stadt zwar immer wieder gerne, doch noch lieber komme sie anschließend wieder nach Südtirol zurück.
Daheim in Kaltern trifft man sie häufig am Weingut Manincor, das mit 50 Hektar Anbaufläche zu den größten Südtirols gehört. Am Weingut ist sie für den Bereich Hospitality zuständig.
Es war im Jahr 2005, als sie und ihr Mann sich dazu entschieden, das Weingut, das ursprünglich auf konventionelle Weise bearbeitet wurde, auf den biologischen Anbau und die Biodynamie umzustellen. „Die Biodynamie hat eine ähnliche Wirkung wie Homöopathie bei den Menschen“, sagt Goëss-Enzenberg. Anstelle von chemischen Pflanzenschutzmitteln werden im biodynamischen Weinbau etwa Tees verwendet, um Krankheiten oder Schädlinge zu bekämpfen. „Nur Esoterik ist Biodynamie aber nicht, es steckt mehr dahinter“, erklärt Goëss-Enzenberg. In der neuen Podcast-Folge erklärt sie, was biodynamische Weine mit Kuhhörnern zu tun haben und wie sie mit der anfänglichen Skepsis vonseiten der Mitarbeitenden umgegangen ist.
Adelig sein
Sophie Goëss-Enzenberg trägt den Titel „Gräfin“. Welche Bedeutung hat denn ein solcher Titel heute noch? Die gebürtige Wienerin überlegt kurz und antwortet: „Keine. Die jüngere Generation, etwa unsere Kinder, genieren sich fast wegen dem Titel.“
Mit dem Dasein als Adelige gehen bestimmte Erwartungen einher, sowohl vonseiten der Familien als auch von sich selbst, sagt sie. „Man kann manchmal nicht ganz so sein, wie man ist.“ Trotzdem: Ein solcher Titel hat auch seine schönen Seiten, sagt Sophie Goëss-Enzenberg. Welche das sind, verrät sie im Gespräch mit der SWZ.
Neue Folgen ab jetzt an jedem zweiten Mittwoch
Das Gespräch kann hier abgerufen werden, genauso unter swz.it/podcast oder über Spotify, Apple Podcasts und Google Podcasts. Neue Folgen gibt es – ab jetzt – an jedem zweiten Mittwoch statt jeden zweiten Freitag. Alle Folgen des SWZ-Podcasts gibt es hier.


















