Bozen – Wir wünschen uns leistbares Wohnen, aber gebaut wird nicht. Diese Diskrepanz tritt im ersten Halbjahr 2026 deutlicher hervor denn je: Während die Landespolitik intensiv versucht, Angebot und Förderungen nachzubessern, bricht das tatsächliche Bauvolumen in Südtirol deutlich ein.
Das Landesinstitut für Statistik (Astat) hat die vorläufigen Daten zur Südtiroler Bautätigkeit für das heurige erste Halbjahr vorgelegt. Die Erhebung stützt sich auf die Baugenehmigungen und Baufertigstellungen, die von den einzelnen Gemeinden übermittelt wurden.
Rückgang der Bauabschlüsse um 77 Prozent
Im ersten Halbjahr 2026 wurden Baugenehmigungen für insgesamt 1,53 Millionen Kubikmeter ausgestellt – 13,3 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Noch drastischer ist die Entwicklung bei den fertiggestellten Projekten: Die Bauabschlüsse sanken von 1,14 Millionen Kubikmetern im ersten Halbjahr 2025 auf nur noch 261.000 Kubikmeter im ersten Halbjahr 2026. Das entspricht einem Einbruch von 77 Prozent.
Förderungen bringen nicht den erwünschten Bauanreiz
Die Landespolitik hat reagiert und die Wohnbauförderung ausgeweitet: Es gibt höhere Förderbeträge und Einkommensgrenzen, großzügigere Freibeträge für Ersparnisse und neue Möglichkeiten für vergünstigte Kredite. Davon sollen vor allem Familien und die Mittelschicht profitieren. Doch Förderungen helfen nur, wenn auch tatsächlich gebaut wird.


















