Bozen – Zwischen Wirtschaftsflaute in Deutschland und Österreich sowie den drohenden US-Zöllen bewegen sich die Südtiroler Unternehmen in einem schwierigen und unsicheren Umfeld. Sie erwarten daher auch, dass sich das Umsatzwachstum in diesem Jahr verlangsamt. Das geht aus dem neuen Wirtschaftsbarometer hervor, das am Montag vom Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen (Wifo) veröffentlicht wurde.
Die Betriebe gehen demnach davon aus, dass das Umsatzwachstum hauptsächlich vom lokalen Südtiroler Markt getragen wird. Kleinere Betriebe sowie Unternehmen im Tourismus, im Baugewerbe und im Kfz-Handel rechnen indes mit einem Umsatzrückgang.
Die gute Nachricht: 91 Prozent der Unternehmen schätzen die Ertragslage weiterhin als zufriedenstellend ein. Das sei teilweise auf die gestiegenen Verkaufspreise zurückzuführen, erklärt das Wifo.
Der Blick auf die Sektoren
Betrachtet man die einzelnen Sektoren, so ist die deutlichste Abschwächung der Rentabilitätsaussichten im Handel zu beobachten. Aber auch im Baugewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima leicht verschlechtert.
„Die Erwartungen der landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Unternehmen im Dienstleistungssektor, im Transportgewerbe und im Gastgewerbe sind hingegen optimistischer“, berichtet das Wifo (siehe Grafik unten).
Das Wifo geht auf Grundlage der Unternehmensumfrage davon aus, dass die Investitionstätigkeit aufgrund der ungewissen Rahmenbedingungen weiter stagnieren wird. Und der Anstieg der Betriebskosten werde stärker ausfallen als im vergangenen Jahr, was vor allem auf die höheren Energiepreise zurückzuführen sei.
Das BIP wächst wohl weiter
Das Wifo bezeichnet das Konjunkturbild Südtirols für das laufende Jahr nach wie vor als ungewiss: „Der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, die die Binnennachfrage stützt, steht eine weiterhin schwache internationale Nachfrage gegenüber, bedingt durch die langsame Erholung der wichtigsten Handelspartner Südtirols. Die Ungewissheit über die Entwicklung der geopolitischen Krisen sowie über die Auswirkungen der amerikanischen Zölle auf die Wertschöpfungsketten dämpft die Investitionen.“
In Anbetracht dieser Umstände bestätigt das Wifo seine Wachstumsprognose des Südtiroler Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,9 Prozent im Jahr 2025.















