Bozen – Neun von zehn Unternehmen im Südtiroler Verarbeitenden Gewerbe erwarten für 2026 eine zumindest zufriedenstellende Rentabilität. Das geht aus der aktuellen Konjunkturerhebung hervor, die das Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen (WIFO) durchgeführt hat. Allerdings ist der Anteil jener Betriebe, die mit einer wirklich guten Rentabilität rechnen, gegenüber der Frühjahrsumfrage von 33 auf 28 Prozent gesunken.
„Die verhaltenere Stimmung ist unter anderem auf ein schwächer als erwartetes Umsatzwachstum zurückzuführen, insbesondere auf den Märkten außerhalb Südtirols“, erklärt das WIFO. Die Exporte hätten im ersten Quartal des Jahres unter dem Rückgang der Verkäufe in die USA sowie unter der schwachen Nachfrage der wichtigsten Handelspartner Deutschland und Österreich gelitten.
Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes berichten zudem von deutlich steigenden Kosten und einem verschärften Wettbewerb. „Die große Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Krise im Nahen Osten belastet außerdem die Investitionen, die heuer voraussichtlich stagnieren werden“, so das WIFO.
Positiv entwickelt sich laut WIFO hingegen die Beschäftigung: In den ersten sechs Monaten 2026 zählte das Verarbeitende Gewerbe im Durchschnitt mehr als 35.500 Beschäftigte, das sind 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Große Unterschiede zwischen den Branchen
Auf Ebene der einzelnen Branchen ist das Geschäftsklima in der Metallverarbeitung sowie im Maschinen-, Geräte- und Fahrzeugbau deutlich positiv. Fast alle Unternehmen dieser Sparten erwarten heuer ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis, in rund 40 Prozent der Fälle sogar ein wirklich gutes.
Positiv sind die Rentabilitätserwartungen auch in der Nahrungsmittelbranche und in der Herstellung von Baustoffen. Vorsichtiger fallen hingegen die Prognosen in der Holzverarbeitung sowie in der Textil- und Bekleidungsbranche aus: Dort beklagen rund 15 Prozent der Unternehmen eine schlechte Rentabilität.


















