Bozen – Wie das Landesinstitut für Statistik (Astat) am Donnerstag bekanntgab, wurden im Jahr 2023 in Südtirol 213 Millionen Euro für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ausgegeben. Das ist ein Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber 2022. Auch gegenüber 2019 gab es nur eine geringe Zunahme um 21 Millionen Euro.
Eigentlich wäre ein deutlicher Anstieg erwartbar gewesen. Denn Südtirol ist bei den F&E-Ausgaben auf einem tiefen Niveau – mit einem großen Rückstand auf benachbarte Regionen und ganz Europa. Die Offensive rund um den Noi Techpark scheint also noch nicht wirklich Früchte getragen zu haben, wenn es um den Vergleich mit anderen Ländern geht.
Die Hälfte von Unternehmen
Kurz noch zu den detaillierteren lokalen Zahlen: 110 der 213 Millionen Euro haben die Südtiroler Unternehmen in F&E investiert, 65 Millionen öffentliche Körperschaften sowie 38 Millionen die Universität.
Der Rückgang gegenüber 2022 ist den Unternehmen verschuldet (minus 11,6 Prozent), während es bei den öffentlichen Körperschaften und der Uni ein Plus gab. „Um die Daten zu den Unternehmen richtig zu interpretieren, ist zu bedenken, dass die Investitionen standortbezogen erfasst werden. Somit werden Forschungstätigkeiten, die viele Südtiroler Unternehmen außerhalb Südtirols betreiben, nicht berücksichtigt“, merkt das Astat an.
Der überraschende Quotenvergleich
Im Trentino waren die Ausgaben für F&E im Jahr 2023 fast doppelt so hoch: 404 Millionen Euro. „Im Sektor Unternehmen überholte das Trentino (163,9 Millionen Euro) Südtirol (110,1 Millionen Euro). Zudem liegt das Trentino auch in den Sektoren Universitäten und Öffentliche Körperschaften und Non-Profit-Organisationen nach wie vor deutlich vorne“, erklärt das Astat.
Die Quote für F&E-Ausgaben lag in Südtirol 2023 bei 0,66 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Sie ist zum dritten Mal in Folge gesunken – nach dem Höchstwert von 0,90 Prozent im Jahr 2020.
Zum Vergleich: Das Trentino lag 2023 bei 1,60 Prozent, Italien bei 1,37 Prozent. Noch eklatanter wird die Situation beim Blick ins Ausland: Tirol mit einer Quote von 3,21 Prozent des BIP (Stand 2021), Österreich mit 3,23 Prozent, Deutschland mit 3,11 Prozent und der EU-Schnitt mit 2,22 Prozent.

















