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Studie: Der öffentliche Sektor gefährdet in Deutschland die Privatwirtschaft

FORSCHUNG – Eine neue Studie zeigt: Der öffentliche Sektor in Deutschland verschärft die Personalprobleme für die Privatwirtschaft. Was Forscher:innen dagegen vorschlagen.

Südtiroler Wirtschaftszeitung von Südtiroler Wirtschaftszeitung
19. Februar 2025
in News
Lesezeit: 2 mins read
Studie: Der öffentliche Sektor gefährdet in Deutschland die Privatwirtschaft

Foto: Shutterstock/ DesignRage

Dresden – Der öffentliche Sektor in Deutschland verschärft die Personalprobleme für die Privatwirtschaft. Das ist eines der zentralen Forschungsergebnisse einer neuen Analyse der Niederlassung des Forschungsinstituts ifo in Dresden.

In den letzten Jahren habe die Beschäftigung im öffentlichen Sektor zugenommen, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes und des Statistischen Landesamtes Sachsen zeigen.

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Im Artikel des ifo-Instituts Dresden liest man dazu: „Seit dem Tiefststand im Jahr 2008 ist die Beschäftigung im öffentlichen Sektor in Deutschland stetig gewachsen, allein in den letzten zehn Jahren um fast 14 Prozent. Nun ist in dieser Zeit auch die Bevölkerung gewachsen. Da der Aufwand der meisten staatlichen Leistungen proportional mit der Einwohnerzahl ansteigt, wäre ein gewisser Aufwuchs des öffentlichen Sektors nachvollziehbar. Allerdings ist die Einwohnerzahl in den letzten zehn Jahren nur um fünf Prozent – und nicht um 14 Prozent – gestiegen.“

Anstatt mehr Personal einzustellen, „hätte die öffentliche Verwaltung die Digitalisierung vorantreiben müssen, um mit den Effizienzgewinnen Personal einzusparen“, schreibt das ifo.

Die Löhne und Kosten steigen

Deutschland hinkt bei der Digitalisierung des öffentlichen Sektors hinterher, wie z. B. der EU Digital Economy and Society Index (DESI) und der Expat Insider Report zeigen. „Während Unternehmen Automatisierung nutzen und Arbeitsprozesse verschlanken, werden im öffentlichen Dienst neue Stellen geschaffen, statt alte Aufgaben und Prozesse zu hinterfragen“, sagt ifo-Forscher Marcel Thum.

In der Privatwirtschaft habe die Digitalisierung zur Folge, dass die Arbeitsproduktivität insgesamt steigt. Letztendlich stiegen damit die Löhne auch im öffentlichen Sektor. Diese höheren Löhne müssten dann für die steigende oder konstante Zahl an Beschäftigten im öffentlichen Sektor gezahlt werden. „Diese Entwicklung überfordert auf Dauer die Steuerzahler. Sie gefährdet langfristig aber auch die gesamte Wirtschaft, da ihr der öffentliche Sektor die Arbeitskräfte entzieht“, so Thum. „Damit verschärft er den Fachkräftemangel in der gesamten Wirtschaft.“ Der deutsche Staat müsse sich stärker auf Digitalisierung und Prozessoptimierung konzentrieren, um mit den knapper werdenden Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen.

Der Aufsatz mit dem Titel „Verschläft der öffentliche Sektor die Anpassung an den demografischen Wandel?“ von Marcel Thum kann hier in voller Länge heruntergeladen werden: https://www.ifo.de/publikationen/2025/aufsatz-zeitschrift/verschlaeft-der-oeffentliche-sektor-den-demografischen-wandel.

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