Bozen – Das Beschäftigungswachstum der vergangenen zwei Jahrzehnte wäre in Südtirol ohne den Beitrag auswärtiger Arbeitskräfte nur in sehr begrenztem Ausmaß möglich gewesen: Zu diesem Schluss kommt eine neue Analyse der Arbeitsmarktbeobachtung Landes. Demnach ist lediglich rund ein Fünftel des Beschäftigungszuwachses seit Ende der 1990er-Jahre auf in Südtirol geborene Erwerbstätige zurückzuführen.
Waren im Jahr 1998 noch 80 Prozent der Arbeitnehmer:innen aus Südtirol, beträgt dieser Anteil heute nur noch 60 Prozent. „Allein diese Zahl verdeutlicht, wie stark unser Arbeitsmarkt von auswärtigen Arbeitskräften abhängig ist“, betont Stefan Luther, Direktor des Arbeitsmarktservice.
Die Sektoren und Herkunftsländer
Besonders hoch ist der Anteil der auswärtigen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, im saisonalen Tourismus, im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe. „Selbst im öffentlichen Sektor, im Bildungswesen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen ist das Beschäftigungswachstum nur durch Arbeitskräftemigration möglich gewesen“, so Luther.
In der Landwirtschaft kamen die Saisonarbeitskräfte zunächst vor allem aus Tschechien, der Slowakei und Polen. Mittlerweile handelt es sich überwiegend um Rumäninnen und Rumänen.
Im Baugewerbe entfällt mehr als ein Drittel des Beschäftigungszuwachses auf Arbeitskräfte aus Albanien und dem Kosovo. Im verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel spielen neben Arbeitskräften aus den neuen EU-Mitgliedstaaten vor allem italienische Staatsbürger:innen, die nicht in Südtirol geboren oder wohnhaft sind, eine zentrale Rolle.
Allein auf die vier wichtigsten Nicht-EU-Herkunftsländer – Albanien, Pakistan, Marokko und Indien – entfallen zurzeit rund 10.000 Beschäftigte.
Politische Schlussfolgerungen
Für Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof unterstreicht die Analyse „die Notwendigkeit einer präventiven und wirksamen Arbeitsmarktpolitik“. Sie sagt: „Es geht darum, qualifizierte Arbeitskräfte von außerhalb Südtirols zu gewinnen, aber auch bereits in Südtirol wohnhafte Menschen vermehrt zum Eintritt in den Arbeitsmarkt zu bewegen.“
Weiterhin bleibe die Arbeitskräfteabwanderung aus Südtirol eine Herausforderung, der man sich auch 2026 entschieden annehmen müsse.



















