Bozen – Die steigenden Energiepreise werden einmal mehr zu einer Belastungsprobe für die Unternehmen. Hinzu kommt: In Italien und Südtirol sind die Strompreise erheblich höher als in den allermeisten anderen europäischen Ländern.
Eine aktuelle Analyse des italienischen Handwerkerverbandes Confartigianato zeigt nun: In Südtirol seien kleinen Unternehmen 2025 aufgrund des höheren italienischen Strompreisniveaus gegenüber dem EU-Durchschnitt Mehrkosten von rund 48 Millionen Euro entstanden.
Italienweit mussten kleine Unternehmen laut der Analyse 3,67 Milliarden Euro mehr für Strom aufbringen als bei einem Preisniveau entsprechend dem EU-Durchschnitt.
Der Strompreis für kleine Betriebe lag demnach bei 25,99 Cent pro Kilowattstunde und damit 17,9 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 22,04 Cent. Confartigianato hat die Analyse anhand der Daten von Eurostat, ARERA und Terna durchgeführt.
„Struktureller Wettbewerbsnachteil“
Der lokale Handwerkerverband lvh sieht im hohen Strompreis einen erheblichen Wettbewerbsnachteil. Präsident Martin Haller sagt: „Die hohen Energiekosten treffen das Handwerk besonders stark, denn sie wirken sich unmittelbar auf die Produktionskosten aus. Wenn ein Südtiroler Kleinbetrieb für dieselbe Energie deutlich mehr bezahlen muss als ein vergleichbarer Betrieb in anderen europäischen Ländern, entsteht ein struktureller Wettbewerbsnachteil.“
Eine wesentliche Ursache liege auch bei Steuern und allgemeinen Systemkosten. Die entsprechenden Belastungen auf den Stromrechnungen kleiner italienischer Betriebe würden 47,4 Prozent mehr als der europäische Durchschnitt betragen.
Lvh-Direktor Walter Pöhl fordert eine gerechtere Verteilung von Steuern und Systemkosten sowie langfristige Maßnahmen, die den Betrieben Planungssicherheit geben.


















