Bozen/Rom – Die Regierung Conte hat einen Aufschub von Steuerzahlungen beschlossen: Die übliche zweite Vorauszahlung von Irpef, Ires, Irap und anderen Steuern wurde vom 30. November auf den 10. Dezember verschoben, allerdings nur für Unternehmen und Freiberufler. Eine Stundung sogar bis 30. April 2021 erhalten Unternehmen mit bis zu 50 Millionen Euro Umsatz, die im ersten Halbjahr 2020 mindestens 33 Prozent ihres Umsatzes verloren haben, genauso – vereinfacht ausgedrückt – die zwangsgeschlossenen Unternehmen in den roten Zonen.
So weit, so gut. Viele Unternehmen müssen im Dezember trotzdem tief in die Tasche greifen, um Steuern zu zahlen, etwa wenn ihr Umsatzminus zwar schmerzhaft war, aber unter 33 Prozent lag. Für gar einige Unternehmen stellt sich nach monatelanger Durststrecke ein Liquiditätsproblem.
Nicht nur Rom will Geld, sondern auch die Gemeinden heben die Hand auf: Am 16. Dezember wird die ungeliebte Gemeindeimmobiliensteuer GIS fällig, für Unternehmen eine Steuer auf ein unverzichtbares Arbeitsinstrument. Zwar hat die Landesregierung GIS-Reduzierungen beschlossen: 100 Prozent für Tourismusbetriebe mit mindestens 20 Prozent Umsatzminus; 50 Prozent für Tourismusbetriebe mit einem geringeren Minus sowie für die Unternehmen anderer Branchen mit mindestens 20 Prozent Minus. Aber alle anderen Unternehmen kommen zum Handkuss, genauso Wohnungsvermieter und Zweitwohnungsbesitzer: Sie müssen nach dem Aufschub der Juni-Rate jetzt die volle Schuld begleichen. Zweitwohnungsbesitzer zahlen Steuern auf ein Objekt, das sie wegen der Einschränkung der Bewegungsfreiheit monatelang nicht nutzen durften.
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