Eppan – Der Jahresempfang des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) am Mittwochabend auf Schloss Freudenstein in Eppan stand ganz im Zeichen des Wechsels der Präsidentschaft. Der neu gewählte Präsident Klaus Berger hielt vor rund 500 Mitgliedern und Ehrengästen seine Antrittsrede, während der scheidende Präsident Manfred Pinzger auf seine Zeit als Präsident zurückblickte.
Perspektiven für die Jugend
Berger ging auf einige Schwerpunkte seiner Verbandsarbeit ein, die er in den nächsten vier Jahren angehen will. So werde der HGV weiterhin allen Betrieben des Sektors – von der Bar bis zur Schutzhütte – beratend zur Seite stehen und ihre Anliegen auf der politischen Ebene voranbringen.
Als konkrete Herausforderung nannte Berger zuerst den Generationswechsel in den Gastbetrieben: „Dabei kommt es darauf an, dass junge Menschen mit Freude und Begeisterung die Familienbetriebe weiterführen und weiterentwickeln. Dies setzt voraus, dass die Jugend Perspektiven erhält, um ihre Visionen verwirklichen zu können. Es ist der falsche Ansatz, jegliche Förderungen für unseren Sektor zu streichen. Wir brauchen kein Gießkannenprinzip. Sehr wohl aber punktgenaue Förderungen in bestimmten Gebieten und bei Betriebsübergaben.“
Neues Projekt zur Tourismusgesinnung
Eine weitere Herausforderung sei die Tourismusgesinnung, die ernst genommen werde. Berger: „Wir wollen die Tourismusgesinnung stärken, und zwar mit einem eigenen Projekt. Dabei werden wir weniger die wirtschaftliche Rolle unseres Sektors in den Vordergrund stellen, sondern die Leistungen unserer Betriebe für das soziale und kulturelle Leben in unseren Dörfern und Fraktionen.“
Themen, die sich auf die Tourismusgesinnung negativ auswirken, sind laut Klaus Berger die Vermietung privaten Wohnraums für touristische Zwecke, der Verkehr, speziell über die Dolomitenpässe, und das ausufernde Phänomen des Wildcampens. Der HGV-Chef appellierte an die Landespolitik und an die Gemeinden, die Kontrollen gegen illegales Vermieten, illegale Autorennen, Verkehrsübertretungen und illegales Campen zu verschärfen.
„Herr Landesrat, nimm Abstand davon!“
Klar positionierte sich Berger auch gegen weitere Steuern, so unter anderem gegen die angekündigte Einführung einer Ortstaxe für Hunde. „Herr Landesrat Walcher, nimm Abstand davon. Die negative Presse und die Ablehnung unserer Mitglieder gegenüber einer neuen Steuer übertreffen den Mehrwert bei Weitem“, sagte Berger unter großem Applaus. Er warnte generell davor, „den Gast als Bankomatschalter zu sehen“.
Großer Applaus für Pinzger
Ebenfalls großen Applaus gab es für Manfred Pinzger, der den HGV zwölf Jahre lang vorgestanden hatte. Klaus Berger bescheinigte ihm eine gewissenhafte und ausgleichende Führung.
Pinzger selbst charakterisierte seine Amtszeit mit den Begriffen Verantwortung, Veränderung und Vernetzung. Verantwortung spürte er beim Thema Bettenobergrenze: „Nie ging es um einen starren Bettenstopp, sondern um ein Regelwerk, das jungen Wirtinnen und Wirten Zukunft und Wachstum ermöglicht, behutsam, nachhaltig und mit Hausverstand.“
Die Veränderung habe das Hotel- und Gastgewerbe in vielerlei Hinsicht erlebt. Pinzger erwähnte die schwierige Zeit während der Pandemie und die Wahrnehmung des Tourismus in der Bevölkerung. „Wir müssen verstärkt aufzeigen, dass Tourismus und Lebensqualität keine Gegensätze sind, sondern Partner sein können“, so der scheidende HGV-Präsident. Der dritte Schwerpunkt in seiner Präsidentschaft war die Vernetzung in den Gemeinden, in Bozen und Rom.
















