Vintl – Es war die vierte Veranstaltung aus der She-Reihe, die der Unternehmerverband UVS ins Leben gerufen hat, um Frauen zu vernetzen, sichtbar zu machen und zu ermutigen – ohne allerdings eine geschlossene Frauengruppe bilden zu wollen und Männer auszuschließen. Tatsächlich sind bei den She-Veranstaltungen auch Männer präsent.
Katharina Pöhlmann und Maersk
Auf „She Leads“, „She Matters“ und „She Connects“ folgte „She Inspires“, diesmal bei Rieper in Vintl. UVS-Vizepräsidentin Evelyn Kirchmaier hatte dafür eine tatsächlich inspirierende Frau gewonnen. Katharina Pöhlmann ist verantwortlich für Strategie und Transformation bei Maersk. Der dänische Weltkonzern beschäftigt rund 100.000 Mitarbeitende und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 55 Milliarden Euro. Maersk ist die zweitgrößte Container-Reederei der Welt, transformiert sich aber zunehmend zum Rundumlogistiker – eben auch dank Katharina Pöhlmann. Das deutsche Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ zählt Pöhlmann zu „Deutschlands 30 bis 2030“, also zu den 30 deutschen Persönlichkeiten, die bis 2030 besonders prägend sein werden.
So gelingt Veränderung in Unternehmen
Katharina Pöhlmann erzählte im Bühnengespräch mit SWZ-Chefredakteur Christian Pfeifer, wie Transformation gelingen kann. Und weil nicht nur Maersk sich verändern muss, sondern im Grunde jedes Unternehmen offen für Innovation und Veränderung sein muss, war viel Lehrreiches für die Anwesenden dabei. Für eine gelingende Transformation – so Pöhlmann – sei es wichtig, die Mitarbeitenden dafür zu gewinnen. Natürlich generiere die Aussicht auf Veränderung zunächst eine Abwehrhaltung. Aber wenn die Mitarbeitenden erkennen, dass die Veränderung gut für das Unternehmen – und auch gut für sie selbst – ist, dann bröckelt der Widerstand. Dabei spiele Kommunikation eine große Rolle und genauso Partizipation, denn Veränderung, die die Mitarbeitenden mitgestalten und mitentscheiden dürfen, werde leichter akzeptiert. Es gelte, den Mitarbeitenden zu vermitteln, dass ihre Stimme gehört werde, ohne dass damit allerdings die Automatismus verbunden sein, dass alle ihre Vorschläge eins zu eins umgesetzt werden können.
Was Leistung fördert – und was Frauen
Auch über Leistungsbereitschaft sprach Katharina Pöhlmann. Die Botschaft war klar: Leistung lässt sich nicht in Stunden messen. Die beste Leistung würden jene Mitarbeitenden abrufen, die Freude an ihrer Tätigkeit haben und einen Sinn darin erkennen. Da sind die Führungskräfte gefordert.
Schließlich sprach Pöhlmann darüber, wie sie Frauen fördert („Es geht nicht um Bevorzugung, sondern um gleiche Chancen für alle“), wie unterschiedlich Männer und Frauen ticken („Frauen zweifeln eher an sich als Männer, deswegen versuche ich sie zu ermutigen“) und warum Frauen anders führen („Verallgemeinerungen sind immer schwierig, aber Frauen sind oft sensibler“).
Aber auch von ihrer Leidenschaft erzählte Katharina Pöhlmann. Trotz forderndem Job mit vielen Reisen bestreitet sie regelmäßig Ironman-Wettkämpfe. Der Ironman ist die Königsdisziplin des Triathlons mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42 Kilometern Laufen. Es sei – so Pöhlmann – beim Triathlon ähnlich wie im Job: Der Weg ist zuweilen hart, aber das Ziel entschädigt für alle Mühen.
Die Betriebsführung bei Rieper
Schauplatz der Veranstaltung war der traditionsreiche Mehl- und Futtermittelproduzent Rieper in Vintl. Katrin und Alexander Rieper (seines Zeichens auch UVS-Präsident) stellten das Unternehmen vor, das 120 Mitarbeitende beschäftigt und jährlich 140.000 Tonnen Rohstoffe verarbeitet. Die Betriebsführung gab einen Eindruck davon, wie hochautomatisiert und innovativ hinter jenen Mauern gearbeitet wird, an denen täglich Tausende Autos vorbeifahren – und wie viel Know-how hinter einem vermeintlich banalen Produkt wie Mehl steckt.
INFO Hier gibt es eine Folge des SWZ-Podcasts mit Katharina Pöhlmann.


















