Bozen – Der Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols hat eine Studie über den Einfluss der Aufstiegsanlagen auf Tourismus, Wirtschaft und Sozialwesen vorgestellt. „Unser Sektor spielt für Südtirol und seinen Wohlstand eine zentrale Rolle“, schließt Präsident Helmut Sartori aus den Ergebnissen.
So wurden in der Saison 2023/2024 durch Nutzer:innen von Südtiroler Aufstiegsanlagen 284,5 Millionen Euro an Steuereinnahmen erzielt. „Steuereinnahmen, die für zentrale Dienstleistungen für die gesamte Südtiroler Bevölkerung zum Einsatz kommen“, betont Sartori.
Christian Celoria, Partner der Beratungsagentur PricewaterhouseCoopers, die die Studie durchgeführt hat, verweist auf den Multiplikatoreffekt: „Eine Million Euro an Einnahmen für die Aufstiegsanlagen hat lokale touristische Ausgaben in Höhe von 5,63 Millionen Euro sowie einen lokalen Umsatz von 9,36 Millionen zur Folge und generiert 4,53 Millionen Euro an Mehrwert im Land.“
Laut Helmut Sartori ist es den Südtiroler Seilbahnbetreibern besonders wichtig, in Nachhaltigkeit zu investieren: „Pistengeräte der neuesten Generation, moderne Aufstiegsanlagen, CO₂-Reduktion und Investitionen in erneuerbare Energien sind für unsere 64 Mitgliedsunternehmen eine Selbstverständlichkeit. Wir leben von unserer Natur und unserer Landschaft, weshalb uns deren Schutz ein zentrales Anliegen ist. In diesem Sinne muss es uns allerdings ermöglicht werden, auch weiterhin unsere Tätigkeit auszuüben, selbstverständlich unter Einhaltung aller Auflagen. Damit wird sichergestellt, dass wir weiterhin unseren Beitrag für die Entwicklung und den Wohlstand in Südtirol leisten können.“
Die Grünen sehen die Sache anders
Elide Mussner, Co-Sprecherin der Grünen, hat in einer Pressemitteilung auf die Studie des Seilbahnerverbandes reagiert. Sie meint: „Südtirols Seilbahnunternehmen verkünden groß, dass sie als Sektor jährlich mit 285 Millionen Euro zu den Steuerkassen des Landes beitragen. Es klingt alles sehr nach Legitimierungssuche, fast schon nach einer ‚Clean-Labeling‘-Aktion. Ein Versuch, sich vom negativ geprägten Bild der Touristenmassenbeförderer, die unsere Lebensqualität und unsere Umwelt belasten, reinzuwaschen.“
Mussner sagt, die Steuern seien „keine Almosen, die die Seilbahnunternehmer der lokalen Bevölkerung aus Gutmütigkeit auszahlen“, denn auf der anderen Seite stünden Einnahmen. „Die Höhe der Steuern, die die Aufstiegsanlagen abgeben, ändert auch gar nichts daran, dass diese Branche ganz eindeutig eine Mitverantwortung trägt bei den Themen Übertourismus, Mobilitätschaos und Umweltunverträglichkeit“, so Elide Mussner.















