Bozen/Brixen – Der Kampf für bzw. gegen eine Schottergrube in Sarns bei Brixen steht sinnbildlich für eine Zwickmühle, in der Südtirol steckt. Einerseits benötigt die lokale Bauwirtschaft Sand, Schotter und Steine – für Hinterfüllungen, Dämme, Beton und Asphalt. Andererseits wehren sich Umweltverbände und betroffene Gemeinden immer wieder gegen die Ausweisung neuer Schottergruben, weil sie Lärm, Staub und Verkehr verursachen.
Die Pläne für die Schottergrube Sarns sind erneut Gegenstand eines Rechtsstreits.
Rückblick auf den ersten Anlauf
Schon vor Jahren hatte das Brixner Tiefbauunternehmen OM einen Antrag zum Schotterabbau gestellt: Auf einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern sollten im Zeitraum von sieben Jahren über 155.000 Kubikmeter Schotter abgebaut und zur Aufbereitung in die nahe Industriezone gefahren werden. Dafür wären insgesamt je 11.000 Hin- und Rückfahrten von Lkws notwendig. Danach würde das Areal wieder zu einer landwirtschaftlich genutzten Wiese.
Das Areal ist von Obstwiesen umgeben, liegt aber in unmittelbarer Nähe zur Fraktion Sarns. Entsprechend regte sich großer Widerstand seitens der Bevölkerung. Auch die Gemeinde Brixen arbeitete gegen das (vom Land genehmigte) Schotterprojekt. Nach einem Rechtsstreit wurde es schließlich im Mai 2025 vom Verwaltungsgericht gestoppt. Begründet wurde das Urteil mit der Nähe zum Wohngebiet sowie mit Landschafts- und Ensembleschutz.
Der zweite Versuch von OM
Allerdings reichte das Bauunternehmen OM im August 2025 überraschend denselben Antrag erneut ein. Diesmal wurde das Projekt von der Dienststellenkonferenz negativ begutachtet. Wie Wirtschaftslandesrat Marco Galateo nun auf eine Landtagsanfrage des Team-K-Abgeordneten Franz Ploner mitteilt, lehnte die Abteilung Wirtschaftsentwicklung am 27. März 2026 in diesem Sinne per Dekret die Eröffnung der Schottergrube Sarns ab.
Die Baufirma OM von Markus Obexer gibt aber nicht auf: Laut Marco Galateo reichte das Unternehmen am 9. Juni beim Verwaltungsgericht Rekurs gegen das Land und gegenüber der Gemeinde Brixen ein. Es hat die Aufhebung des Ablehnungsdekretes beantragt.
Immer laut Galateo laufen derzeit in Südtirol insgesamt sieben Genehmigungsverfahren für neue Schottergruben und vier Verfahren für Erweiterungen.



















